Dozent/in |
Prof. Dr. Adrian Loretan, Prof. Dr. Felix Hafner, Dr. Luzius Müller (beide Universität Basel) |
Veranstaltungsart |
Hauptseminar |
Code |
FS181118 |
Semester |
Frühjahrssemester 2018 |
Durchführender Fachbereich |
Theologie |
Studienstufe |
Bachelor
Master |
Weitere Daten |
Basler Unitag: Fr, 02.03., Eröffnung des Seminars, späteste Vergabe der Themen (für Fernstudierende Themensetzung per Mail an adrian.loretan@unilu.ch)
Blockseminar in Engelberg: Do bis Sa, 26.-28.04.2018 |
Umfang |
2 Semesterwochenstunden |
Turnus |
Jedes Frühjahrssemester |
Inhalt |
Was sind die gesellschaftlichen Folgen des Fundamentalismus der Religionsgemeinschaften? Wer bezahlt den Schutz von religiösen Einrichtungen, Flugplätzen und Einkaufzentren? Wer bezahlt den Schutz von Synagogen, Moscheen und Kirchen? Wer bezahlt die Folgen der gewaltbereiten Fussballhooligans?
Wie kann der Terrorismus rechtsstaatlich bekämpft werden? Welche Interpretation des Sports und welche Interpretationen der religiösen und säkularen Texte fördern gewaltbereite Haltungen? Wann werden Weltanschauungsgemeinschaften zum Sicherheitsrisiko?
Andreas Baader und Gudrun Ensslin, eine schwäbische Pfarrerstochter, bauen die „Rote Armee Fraktion“ (RAF) auf, die sich von der „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ militärisch ausbilden lässt. In der BRD und Italien „begründet die terroristische Linke ihre Gewalt damit, dass der Faschismus ungeachtet demokratischer Fassaden dem Wesen nach noch immer an der Macht war.“ (Winkler)
Wie weit kann die Gegengewalt des Rechtsstaates gehen?
Was heisst Verhältnismässigkeit?
Aus Staatsräson beauftragt die Königin Katharina von Medici in der Bartholomäusnacht (24. August 1572) die Ermordung der Hugenottenführung. Gegen diese radikalen Katholiken entwickelt sich eine dritte Partei jenseits beider Konfessionen: die staatsbezogenen Juristen, die sogenannten „Politiques“ (Cavuldak). Aber auch die Französische Revolution wird „demokratietotalitär“ (Jakob Talmon), als sie den „Esprit des lois“ (Montesquieus) aufgibt zugunsten des Radikal-Demokraten aus Genf, Rousseau.
Wie geht Zwinglis Reformation um mit den Wiedertäufern? Welche Mitverantwortung haben die Völker Europas an der Shoah?
Der moderne Rechtsstaat, der das alleinige Gewaltmonopol fordert, ist eine Antwort auf den Terror von rechts und von links, von säkularer und religiöser Seite. Deshalb muss der Rechtsstaat religiös und weltanschaulich neutral sein. Er muss als Friedensinstrument von allen Weltanschauungen und Religionen mitgetragen werden, die eine friedliche Zukunft planen. |
Lernziele |
Gewaltmonopol des Staates in rechtsstaatlichem Kontext denken lernen. |
Voraussetzungen |
Einführung ins Kirchenrecht und Staatskirchenrecht und
Besuch der Vorlesung „Trennung von Rechtsstaat und Religion“ oder einer staatsrechtlichen oder politikwissenschaftlichen äquivalenten Vorlesung. |
Sprache |
Deutsch |
Begrenzung |
Die drei Fakultäten (RF und TF evangelisch und TF katholisch) führen gemeinsam das Engelberger Seminar durch. Es gibt daher eine Anzahlbeschränkung von 6 qualifizierten Studierenden pro Theologischer Fakultät. |
Anmeldung |
bis 20.02. an kirchenrecht@unilu.ch (Anmeldung auch via UniPortal erforderlich) |
Prüfung |
Bestätigte Teilnahme (2 Cr)
mögliche Zusatzleistung zur Bestätigten Teilnahme: Referat (+1 Cr)
Benotete schriftliche Arbeit (4 Cr)
mögliche Zusatzleistung für schriftliche Arbeiten: zusätzliche Anforderungen (+1 Cr) |
Abschlussform / Credits |
siehe "Prüfung" / 0 Credits
Bestätigte Teilnahme / 2 Credits
Bestätigte Teilnahme mit Zusatzleistung / 3 Credits
Benotete schriftliche Arbeit / 4 Credits
Benotete schriftliche Arbeit mit Zusatzleistung / 5 Credits
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Hinweise |
- Pflichtinhalte gem. SPO 2013: Kirchenrecht/Staatskirchenrecht: Einführung in das rechtliche Verhältnis von Staat und Kirche; Verfassungsrecht der Kirche und Theologie des Kirchenrechts.
- Die Teilnahme an dieser Präsenzveranstaltung (keine Online-Durchführung!) ist auch für Studierende des Fernstudiums möglich (Präsenz im Kloster Engelberg verpflichtend).
- Die Anwesenheit am Basler Uni-Tag ist für Fernstudierende erwünscht.
- Die Seminararbeit muss bis Ende Mai 2018 eingereicht werden. |
Hörer-/innen |
Nein |
Kontakt |
kirchenrecht@unilu.ch / sabine.baggenstos@unilu.ch |
Literatur |
James D. G. Dunn, Fundamentalisms, Threats and Ideologies in the Modern World, London 2016.
Christian Jäggi, Doppelte Normativitäten zwischen staatlichen und religiösen Geltungsansprüchen. am Beispiel der katholischen Kirche, der muslimischen Gemeinschaften und der Bahá'í-Gemeinde in der Schweiz, Berlin 2016.
Simon M. Schädler, Der Schutz des religiösen Friedens als Staatsaufgabe. Eine juristische Untersuchung des öffentlichen Interesses am Frieden zwischen den Religions- und Weltanschauungs-gemeinschaften, Zürich 2014 (Züricher Studien zum öffentlichen Recht 220).
Barbara Gartner, Der religionsrechtliche Status islamischer und islamistischer Gemeinschaften, Wien u.a. 2011.
Deutsche Kommission Justitia et Pax (Hg.), Menschwürde. Impulse zum Geltungsanspruch der Menschenrechte, Bonn 2013 (Schriftenreihe Gerechtigkeit und Frieden Heft 127) (gratis zu bestellen).
Anne Kühler, Das Grundrecht auf Gewissensfreiheit. Ein Beitrag zum Verständnis von Art. 15 der Bundesverfassung unter Berücksichtigung der Praxis des Schweizerischen Bundesgerichts, der EMRK-Organe, des UNO-Menschenrechtsausschusses und im Rechtsvergleich, Bern 2012.
Tine Stein, Himmlisches Quellen und irdisches Recht. Religiöse Voraussetzungen des freiheitlichen Verfassungsstaates, Frankfurt a. M. 2007.
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