| Dozent/in |
Guy Schwegler, MA |
| Veranstaltungsart |
Hauptseminar |
| Code |
FS191281 |
| Semester |
Frühjahrssemester 2019 |
| Durchführender Fachbereich |
Soziologie |
| Studienstufe |
Bachelor |
| Termin/e |
wöchentlich (Do), ab 21.02.2019, 10:15 - 12:00 Uhr, HS 14 |
| Umfang |
2 Semesterwochenstunden |
| Inhalt |
Jede Beschreibung, jeder Vergleich und jeder Zusammenhang, der über ein einzelnes Individuum hinausgeht, wird durch irgendeine Form der Zuordnung zu Gruppen erreicht. Solche Zuordnungen können auf die verschiedensten Arten und Weisen erfolgen: Einfache soziodemografische Unterscheidungen erlauben Vergleiche zwischen Geschlecht, Alter und Einkommensklassen und bilden so Gruppen. Aber auch mittels komplexeren, theoretischen Modellen und Typenbildungen werden Teilbereiche von Gesellschaft erstellt indem verschiedene Ausprägungen als zusammengesetzter Indikator für eine bestimmte Einteilung verwendet werden. Egal was für ein Konzept angewendet wird, gesucht wird immer nach Organisationstrukturen des individuellen Alltagslebens, nach regelmässig wiederkehrenden Gesamtzusammenhängen der Verhaltensweisen, von Interaktion, von Meinungen etc. (vgl. Otte und Rössel 2011:12). Die Sozialstrukturanalyse ist die quantitative Erschliessung dieser Strukturen und ein eigentliches Kerngebiet der Soziologie. Lange erfolgt eine solche Sozialstrukturanalyse unter der Perspektive von Klassenzugehörigkeit und Ungleichheit. Mit dem Lebensstilkonzept erlebt das Paradigma in den 80er eine Revitalisierung, die zwei neue Dimension in den Fokus rückte. Auf der einen Seite stellte sich die Frage einer horizontalen, kulturellen Strukturierung. Auf der anderen Seite wurde mit der Individualisierungsthese (Beck 2016) die sozialintegrative Funktion der Zugehörigkeiten in den Blick genommen. Im Fokus dieses Forschungsseminars zur Sozialstrukturanalyse soll insbesondere diese zweite Dimension stehen. Neben der Verhandlung theoretischen Zugängen – Klassiker wie Milieu-Theorien oder Bourdieus Distinktionsperspektive genauso wie neue Ansätze von Thévenot oder Reckwitz – soll im Seminar ein eigenes, quantitatives Forschungsprojekt zur Sozialstrukturanalyse durchgeführt werden. Die Teilnehmer*Innen sollen einen eigenen Survey planen, durchführen sowie auswerten. Der gesamte Prozess wird im Seminar begleitet. |
| Voraussetzungen |
Die Veranstaltungen «Einführung in die Methoden der empirischen Sozial- und Kommunikationsforschung» I+II sowie «Grundlagen der Multivariaten Statistik» sollen erfolgreich besucht worden sein. Ebenfalls hilfreich ist es, wenn das Seminar «Sozialwissenschaftliche Datenanalyse» besucht worden ist. |
| Sprache |
Deutsch |
| Abschlussform / Credits |
Aktive Teilnahme (eigenes Forschungsprojekt) / 4 Credits
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| Hinweise |
Die Auswertung der Daten soll mit der Statistiksoftware R erfolgen.
Das eigene Forschungsprojekt ist gleichzeitig auch Grundlage für eine Seminar-/Forschungsarbeit, die direkt im Anschluss an das Seminar geschrieben wird. |
| Hörer-/innen |
Nein |
| Kontakt |
guy.schwegler@unilu.ch |
| Material |
Texte werden über OLAT zugänglich gemacht, Daten werden selber erhoben (bei der Datenerhebung wird mit der Survey-Software SosciSruvey gearbeitet). |
| Literatur |
Beck, Ulrich. 1986. Risikogesellschaft: auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Bourdieu, Pierre. 2016. Die feinen Unterschiede: Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Reckwitz, Andreas. 2017. Die Gesellschaft der Singularitäten: zum Strukturwandel der Moderne. Berlin: Suhrkamp.
Rössel, Jörg. 2009. Sozialstrukturanalyse: eine kompakte Einführung. Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwiss.
Rössel, Jörg, und Gunnar Otte, Hrsg. 2012. Lebensstilforschung. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie Sonderhefte 51. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Thévenot, Laurent. 2007. «The Plurality of Cognitive Formats and Engagements». European Journal of Social Theory 10 (3): 409–23. |