| Dozent/in |
Prof. Dr. iur. Jürg-Beat Ackermann; Prof. Dr. med. Elmar Habermeyer, Direktor der Klinik für Forensische Psychiatrie, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich; Dr. med. Friederike Höfer, stv. Chefärztin, Zentrum für Ambulante Forensische Therapie, Klinik für Forensische Psychiatrie, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich |
| Veranstaltungsart |
Vorlesung |
| Code |
FS261330 |
| Semester |
Frühjahrssemester 2026 |
| Durchführender Fachbereich |
Strafrecht |
| Studienstufe |
Master |
| Termin/e |
Mi, 18.02.2026, 12:15 - 16:00 Uhr, HS 5 Mi, 11.03.2026, 12:15 - 16:00 Uhr, HS 7 Mi, 25.03.2026, 12:15 - 16:00 Uhr, HS 7 Mi, 22.04.2026, 12:15 - 16:00 Uhr, HS 7 Mi, 06.05.2026, 12:15 - 16:00 Uhr, HS 7 Mi, 20.05.2026, 12:15 - 16:00 Uhr, HS 7 |
| Weitere Daten |
Besuch des Zentrums für Stationäre Forensische Therapie, Rheinau am 27. März oder 22. Mai 2026.
(kostenloser Bus-Transfer: Luzern-Rheinau-Luzern) |
| Umfang |
2 Semesterwochenstunden |
| Turnus |
14-täglich 4 Lektionen sowie ein Klinikbesuch |
| Inhalt |
Die Bezüge zwischen Strafrecht, Psychiatrie und Psychotherapie sind vielfältig und wissenschaftlich sowie praktisch relevant. Diese kooperativ konzipierte und ausgearbeitete Veranstaltung vermittelt eine vertiefte interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den Schnittstellen von Strafrecht, forensischer Psychiatrie und Psychologie – was eine besondere Herausforderung darstellt, zumal die involvierten WissenschaftlerInnen zwar aufeinander angewiesen sind, aber oft eine andere „Sprache“ sprechen, in anderen Systemen denken und auch Rollenkonflikten ausgesetzt sein können. Im Mittelpunkt stehen strafrechtliche Entscheidungsfelder, in denen psychiatrisch-psychologischer Sachverstand eine zentrale Rolle spielt. Nach einführenden Einheiten aus strafrechtlicher sowie forensisch-psychiatrischer Perspektive werden ausgewählte (kontroverse) Schwerpunktthemen exemplarisch und vertiefend behandelt, darunter Sachverständigenrecht und Gutachtenerstellung, Schuldfähigkeit, strafrechtliche Massnahmen, Behandlungsplanung und -durchführung sowie Kriminal- und Legalprognosen. Es kann u.a. um den Zusammenhang von sexuellen Devianzen, Sucht oder psychischen Krankheiten mit Straftaten und um Fragen der Behandelbarkeit von psychischen Störungen zur Verbesserung der Legalprognose sowie der psychiatrischen oder psychologischen Begutachtung inkl. der Risikoerfassung (Kriminalprognostik) gehen. Ein Besuch im Zentrum für Stationäre Forensische Therapie in Rheinau ermöglicht ergänzend einen Einblick in den stationären Massnahmenvollzug.
Vorlesungsplan
Friederike Höfer/Jürg-Beat Ackermann
Einführung I (psychiatrische Perspektive)
- Forensische Psychiatrie: Geschichte und Aufgaben
- Diagnosen und diagnostischer Prozess in der Psychiatrie
- Forensisch relevante psychische Störungen
Jürg-Beat Ackermann
Einführung II (strafrechtliche Perspektive)
- Strafjustiz und Psychiatrie/Psychologie: Schnittbereiche
- Chancen und Gefahren: Humanität vs. Kontrolle
- Massnahmenrecht im StGB
Jürg-Beat Ackermann/Elmar Habermeyer
Vertiefung I (Gutachten und Sachverständigenrecht)
- Sachverständigenrecht / Sachverständigenpraxis
- Gutachten und gerichtliche Beurteilung
- Gutachtenerstellung
Jürg-Beat Ackermann/Elmar Habermeyer
Vertiefung II (Schuld, Schuldfähigkeit)
- Schuld im Strafrecht
- Strafe – Schuld / Massnahme – Nicht-Schuld – Schuld
- Schuldfähigkeit
Jürg-Beat Ackermann/Friederike Höfer
Vertiefung III (Behandlungsplanung und Behandlung)
- Rechtlicher Einblick
- Massnahmenindikation
- Stationäre Behandlung nach Art. 59 StGB
- Ambulante Massnahmen, insb. Suchtmassnahmen nach Art.63 StGB
Jürg-Beat Ackermann/Elmar Habermeyer
Vertiefung IV (Kriminalprognose)
- Kriminalprognose im Recht
- Verhältnismässigkeit und Prognose
- Forensisch-psychiatrische Prognosen
- Evidenz/Zuverlässigkeit von Legalprognosen
- Qualitätskontrolle
Besuch des Zentrums für Stationäre Forensische Therapie, Rheinau |
| Schlagworte |
Gender/Diversity |
| E-Learning |
https://lms.uzh.ch/url/RepositoryEntry/17827988870 |
| Lernziele |
Die Studierenden kennen nicht nur die straf- und strafprozessrechtlichen Grundlagen der juristisch-psychiatrisch-psychologischen Zusammenarbeit, sie verfügen auch über ein vertieftes Verständnis der wissenschaftstheoretischen Widersprüche zwischen diesen Disziplinen sowie der Lehre und der praktischen Anwendung in Strafverfolgung, Rechtsprechung und Vollzug. Sie sind in der Lage, konstruktive, pragmatische und theoretisch gut begründete Lösungen in diesem Spannungsfeld zu erarbeiten. |
| Voraussetzungen |
Keine (Strafrecht AT von Vorteil) |
| Sprache |
Deutsch |
| Abschlussform / Credits |
Benotete mündliche oder schriftliche Prüfung / 5 Credits
|
| Hinweise |
Die Vorlesung ist offen für Studierende der Fakultäten für Verhaltenswissen¬schaften und Psychologie sowie Gesundheitswissenschaften und Medizin |
| Hörer-/innen |
Nein |
| Kontakt |
juerg-beat.ackermann@unilu.ch
elmar.habermeyer@pukzh.ch
friederike.hoefer@pukzh.ch |
| Literatur |
Was ist unentbehrlich?
• Unterlagen werden auf OLAT oder in der Vorlesung zur Verfügung gestellt.
Prüfungsrelevante Erlasse
• StGB, SR 311.0;
• StPO, SR 312.0. |