| Dozent/in |
Verena La Mela, Dr. phil. |
| Veranstaltungsart |
Hauptseminar |
| Code |
FS261363 |
| Semester |
Frühjahrssemester 2026 |
| Durchführender Fachbereich |
Ethnologie |
| Studienstufe |
Bachelor
Master |
| Termin/e |
wöchentlich (Di), ab 17.02.2026, 10:15 - 12:00 Uhr, Inseliquai 10 INE 214 |
| Umfang |
2 Semesterwochenstunden |
| Turnus |
wöchentlich |
| Inhalt |
Im Zuge der Covid-19 Pandemie rückte die plötzliche Schließung nationalstaatlicher Grenzen in den Fokus der Öffentlichkeit. Grenzübergreifender Verkehr kam zum Erliegen, Lieferketten wurden unterbrochen, Menschen wurden aus ihren Urlaubsdestinationen zurückgeholt, Arbeitsmigrant*innen steckten in den Gaststaaten getrennt von ihren Familien fest. Auch die jüngsten Kriege in Nahost und am Rande der Europäischen Union zwingen Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, sich mit Grenzen auseinanderzusetzen und diese (neu) zu verhandeln. Die zunehmende Militarisierung nationalstaatlicher Grenzen steht dabei in starkem Kontrast zur anhaltenden Globalisierung, in der Personen und Güter Grenzen möglichst nahtlos überwinden sollen. In diesem Seminar wird dieses Paradox aufgegriffen und der Umgang unterschiedlicher Akteur*innen mit Grenzen kritisch beleuchtet.
Neben nationalstaatlichen Grenzen beschäftigt sich die Ethnologie auch mit ethnischen Grenzen, die oftmals - aber nicht zwangsweise - mit diesen einhergehen. Die Ethnologie fragt dabei, wie sich Gruppen und Individuen voneinander abgrenzen bzw. sich als Gruppe(n) definieren. Dabei kann es sich u.a. um ethnische, religiöse oder linguistische Gemeinsamkeiten und Unterschiede handeln. Im Seminar widmen wir uns zunächst der Begriffsdefinition von Grenzen und lernen grundlegende theoretische Herangehensweisen kennen. Anhand ethnographischer Beispiele aus unterschiedlichen Regionen lernen wir die Bandbreite physischer Formen von Grenzen in ihrem geo-politischen und historischen Kontext kennen und hinterfragen deren Existenz bzw. Zustandekommen kritisch.
Anhand der Beispiele stellen wir uns darüber hinaus folgende Fragen: Wie bestimmen Grenzen unser Zusammenleben und unseren Alltag? Wie beeinflussen sie unser Denken und Handeln? Welche Formen der Mobilität und Zusammenarbeit bestehen über Grenzen hinweg? Welche Konflikte fördern Grenzen zutage? Welche Chancen bieten Grenzen und für wen? Wie und von wem werden Grenzen vereinnahmt, verwaltet und inszeniert?
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| Schlagworte |
Gender/Diversity |
| Voraussetzungen |
Regelmässige Anwesenheit, wöchentliche Lektüre (ca. 30 Seiten), mündliche Beteiligung, Präsentation bzw. Sitzungsmoderation |
| Sprache |
Deutsch |
| Anmeldung |
***Wichtig*** Um Credits zu erwerben ist eine Anmeldung zur Lehrveranstaltung über das UniPortal zwingend erforderlich. Die Anmeldung ist ab zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach Beginn des Semesters möglich. Die genauen Anmeldedaten finden Sie hier: www.unilu.ch/ksf/semesterdaten |
| Abschlussform / Credits |
Aktive Teilnahme / 4 Credits
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| Hörer-/innen |
Nach Vereinbarung |
| Kontakt |
verenalamela@doz.unilu.ch |
| Literatur |
Horstmann, Alexander, Martin Saxer, and Alessandro Rippa, eds. 2018. Routledge Handbook of Asian Borderlands. London New York: Routledge Taylor & Francis Group.
Nugent, Paul. 2019. Boundaries, Communities and State-Making in West Africa: The Centrality of the Margins. 1st ed. Cambridge University Press.
Reeves, Madeleine. 2014. Border Work: Spatial Lives of the State in Rural Central Asia. Ithaca: Cornell University Press.
Wilson, Thomas M. 2024. Borders, Boundaries, Frontiers. Toronto, Buffalo, London: University of Toronto Press.
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