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Welche Wahrheit ist gestorben? Demokratie, Post-Truth, Populismus


Dozent/in Prof. Dr. phil. Martin Hartmann
Veranstaltungsart Masterseminar
Code FS261451
Semester Frühjahrssemester 2026
Durchführender Fachbereich Philosophie
Studienstufe Master
Termin/e Mi, 25.02.2026, 08:30 - 10:00 Uhr, Inseliquai 10 INE 220 (Einführungsveranstaltung)
Fr, 01.05.2026, 10:15 - 18:00 Uhr, Inseliquai 10 INE 214 (Seminartag)
Sa, 02.05.2026, 10:15 - 18:00 Uhr, Inseliquai 10 INE 214 (Seminartag)
Fr, 15.05.2026, 10:15 - 18:00 Uhr, Inseliquai 10 INE 220 (Seminartag)
Sa, 16.05.2026, 10:15 - 18:00 Uhr, Inseliquai 10 INE 220 (Seminartag)
Umfang Blockveranstaltung
Turnus Einzeltermine
Inhalt Nicht selten wird mittlerweile angenommen, dass die Wahrheit in den politischen Diskursen westlicher Demokratien keine Rolle mehr spielt. Titel wie «The Death of Truth» (Steven Brill) oder «Truth Decay” (Jennifer Kavanagh/Michael D. Rich) legen nahe, dass die Lüge oder eigeninteressierte Verzerrung der Wahrheit an der Tagesordnung ist. Gestützt werden diese Thesen durch Verweise auf den enormen Einfluss von social media und Internet, die vor allem im Kontext eines rechten Populismus (Trump) thematisch werden. Schon länger kursieren darüber hinaus philosophische Thesen zum Phänomen der Post-Truth, also Thesen, die auch den Erfolg von Verschwörungstheorien auf ein wachsendes Desinteresse an Wahrheit zurückführen. Die Frage ist: Welche Wahrheit genau ist denn gestorben? Die Frage ist also, welche Rolle Wahrheit im politischen Kontext spielen soll. Muss Politik an Wahrheit interessiert sein und wenn ja: an welcher Wahrheit? Gerade in Demokratien kann ein allzu starkes Festhalten an Wahrheit ganz eigene Konflikte schüren, weswegen etwa ein Autor wie John Rawls vernünftige Konzeptionen des Guten von «wahren» Konzeptionen unterschieden hat. Nicht jede Wahrheit scheint also politisch in gleicher Weise relevant zu sein, manche Wahrheiten scheinen in den privaten Raum zu gehören. Wir wollen in diesem Seminar verschiedene Wahrheitsbegriffe in ihrer Relevanz für die Demokratie unterscheiden. Am Anfang wird Hannah Arendts Aufsatz über «Wahrheit und Lüge in der Politik» stehen. Wir werden auch eher theoretisch orientierte Texte zur Wahrheitsthematik lesen (Simon Blackburn, Paul Horwich), denn es ist wichtig sich zu vergewissern, über welches Phänomen wir eigentlich reden. Als Vorbereitung ist hilfreich: Jeremy Elkins/Andrew Norris (ed.) Truth and Democracy.
Voraussetzungen Ein Masterseminar ist in der Regel nur für Studierende auf Masterstufe zugänglich. Nach Vorabsprache können auch fortgeschrittene Studierende aus dem BA Philosophie oder PPE teilnehmen.
Sprache Deutsch
Anmeldung ***Wichtig*** Um Credits zu erwerben ist die Anmeldung zur Lehrveranstaltung über das UniPortal zwingend erforderlich. Die Anmeldung ist ab zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach Beginn des Semesters möglich. An- und Abmeldungen sind nach diesem Zeitraum nicht mehr möglich. Die genauen Anmeldedaten finden Sie hier: www.unilu.ch/ksf/semesterdaten.
Leistungsnachweis Information für Masterstudierende Theologie:
- Die Leistung "Aktive Teilnahme (Referat, Protokoll)" wird mit 3 Cr angerechnet.
- Seminararbeit: in Absprache mit dem Dozenten möglich. Die Arbeit wird mit 3 Cr zusätzlich angerechnet. Zum formalen Vorgehen zur Leistungsbestätigung kontaktieren Sie bitte die Studienleitung Theologie (studienleitung-tf@unilu.ch).
Abschlussform / Credits Aktive Teilnahme (Referat, Protokoll) / 4 Credits
Hörer-/innen Nach Vereinbarung
Kontakt martin.hartmann@unilu.ch