«Populärer Autoritarismus, kulturelle Hegemonie und Kontingenz». Kulturwissenschaftliche Analysen der Gegenwart mit Antonio Gramsci und Stuart Hall.
| Dozent/in |
lic. phil. Jovita dos Santos Pinto |
| Veranstaltungsart |
Hauptseminar |
| Code |
FS261503 |
| Semester |
Frühjahrssemester 2026 |
| Durchführender Fachbereich |
Kulturwissenschaften |
| Studienstufe |
Bachelor
Master |
| Termin/e |
wöchentlich (Mo), ab 23.02.2026, 10:15 - 12:00 Uhr, 4.B51 (Terminierung 1) |
| Umfang |
2 Semesterwochenstunden |
| Turnus |
wöchentlich |
| Inhalt |
Antonio Gramsci (1891–1937) und Stuart Hall (1932–2014) gehören zu den zentralen Theoretiker*innen der Cultural Studies. Beide entwickelten Analysen, Konzepte und Begriffe mit dem Ziel, die Entstehung, Erstarkung und schliesslich Dominanz der autoritären Regimes ihrer Zeit zu verstehen (z. B. des italienischen Faschismus und des Thatcherismus), um darin zu intervenieren. Dabei wendeten sie sich gegen ökonomistische und mechanische Zeitdiagnosen und betonten die Bedeutung der Kultur als Terrain, auf dem politische Kämpfe um Hegemonie ausgetragen werden.
In diesem Seminar werden wir zentrale Analysemethoden, Konzepte und Begriffe dieser beiden Theoretiker kennenlernen und uns mit ihrer anhaltenden Relevanz für die Analyse multipler Krisen der Gegenwart auseinandersetzen.
Das Lektüreseminar ist in drei Teile unterteilt:
Im ersten Teil lesen wir Aufsätze und Ausschnitte aus den Gefängnistagebücher von Antonio Gramsci und untersuchen, was er unter «kultureller Hegemonie» versteht und welche Gesellschaften er damit untersuchte und beschrieb.
Im zweiten Teil lesen wir klassische Texte von Stuart Hall zu populärer Kultur, Thatcherismus und dem Zusammenwirken von Ökonomie und Race. Dabei geht es darum, wie Stuart Hall auf Gramsci zurückgreift und dessen Analysen weiterentwickelt. Wir beschäftigen uns insbesondere mit Halls Untersuchungen von conjunctures. Damit beschreibt Hall bestimmte historische Momente, in denen unterschiedliche (ökonomische, politische, ideologische) Kräfteverhältnisse aufeinandertreffen, und untersucht, wie Hegemonie darin funktioniert, zerbricht und neue gesellschaftliche Formationen entstehen können.
Im letzten Teil des Seminars lesen wir neuere Arbeiten, die auf Antonio Gramsci und Stuart Hall zurückgreifen, um die multiplen Krisen in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten (Südafrika, USA, Italien oder Palästina) oder mit globaler Perspektive zu verstehen und historisch und kulturell einzuordnen. Wir lernen dabei verschiedene Anwendungsmöglichkeiten dieser Konzepte und Herangehensweisen kennen und wenden sie in Einzel- und Gruppenübungen auf eigene Beispiele an.
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| Sprache |
Deutsch |
| Abschlussform / Credits |
Bestätigte Teilnahme / 4 Credits
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| Kontakt |
jovita.dossantospinto@unilu.ch |
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