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Professionelles Kulturfundraising und KI


Dozent/in Helena Mettler, MA
Veranstaltungsart Hauptseminar
Code FS261505
Semester Frühjahrssemester 2026
Durchführender Fachbereich Kulturwissenschaften
Studienstufe Bachelor Master
Termin/e Fr, 20.02.2026, 10:15 - 18:00 Uhr, 4.B47 (Terminierung 1)
Fr, 20.03.2026, 10:15 - 18:00 Uhr, 4.B47 (Terminierung 2)
Fr, 24.04.2026, 10:15 - 18:00 Uhr, 4.B47 (Terminierung 3)
Fr, 08.05.2026, 10:15 - 18:00 Uhr, 4.B47 (Terminierung 4)
Umfang 2 Semesterwochenstunden
Turnus Einzeltermine
Inhalt Kreative Ideen für ein Kulturprojekt sind das eine – ihre Finanzierung ist das andere. Fundraising im Kulturbereich hält zahlreiche administrative Hürden bereit: Unzählige Förderinstitutionen, verworrene Gesuchsprozesse und nebulöse Förderkriterien erschweren die Übersicht und wirken leider allzu oft demoralisierend. In jüngster Zeit sind zudem viele KI-Tools zugänglich geworden, die manche Praxisschritte vereinfachen, die kreative Arbeit aber auch erschweren können. Gesuchstellende sehen sich zunehmend nicht nur der Konkurrenz weiterer Bewerbenden ausgesetzt, sondern auch leistungsfähigen Anwendungen künstlicher Intelligenz, gegen die sich Kulturschaffende durchsetzen wollen und müssen.

Dieser viertägige Praxisworkshop schafft Abhilfe mit konkreten Tipps und Tricks aus dem Kulturmanagement-Alltag in zwei Teilen.

Anhand zahlreicher Praxisbeispiele erarbeiten wir im ersten Teil des Blockseminars branchenspezifisches Finanzierungs-Know How für drei Bereiche: das spezialisierte Fundraising für produktorientierte Kulturprojekte (CDs, Publikationen, Kompositionen, Theaterproduktionen, Kurzfilme, Erzeugnisse der bildenden Kunst etc.), die Mittelbeschaffung für Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen (Theater, Festivals, Konzertreihen, Lesungen, Ausstellungen, Gastspiele, Wettbewerbe), und schliesslich die prozessorientierte Förderung (Atelierstipendien, Werk- und Recherchebeiträge), für die es immer mehr Förderangebote gibt. Die Teilnehmenden analysieren anonymisierte Gesuchsdossiers aus verschiedensten Sparten hinsichtlich ihrer (voraussichtlichen) wertschöpferischen Qualität. Exkurse zu den wichtigsten nationalen und internationalen Förderstellen, Subventionsverträgen und Best-Practice-Beispiele ergänzen diese praktische Einführung im ersten Teil des Seminars, das Fragen beantwortet wie:

- Welche Kultur- und Kunstprojekte können sich überhaupt um Fördermittel bewerben, und wo?
- Was ist der Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Förderinstitutionen?
- Was enthält ein gutes Gesuchsdossier, wie lang ist es, wie detailliert sein Budget?
- Welches sind die häufigsten Förderkriterien, und was bedeuten sie?
- Wie belegt man die Nachhaltigkeit eines Kulturprojektes, und was ist eigentlich ein Finanzierungsplan?
- Und last but not least: Wie kommt man am Schluss an das gesprochene Geld?

Im zweiten Teil des Seminars wird sich das Plenum einerseits mit der praktischen Anwendung verschiedener KI-Tools im Kulturfundraising befassen, andererseits diverse Problemfelder in der kreativen Arbeit mit KI-Tools beleuchten:

- Wo können KI-Tools im Gesuchsprozess effizient eingesetzt werden?
- Darf und kann man Kulturfundraising für KI-generierte Kulturerzeugnisse betreiben?
- Wo und wie können KI-Tools für die Entwicklung von Kreativprojekten eingesetzt werden? Welche Effekte ergeben sich hierfür hinsichtlich ihrer Finanzierbarkeit?
- Wie lässt sich der Einsatz von KI-Tools in und für Kulturprojekte mit dem in vielen kulturfördernden Institutionen verankerten Nachhaltigkeitskriterium vereinbaren?

Das Plenum wird diese ineinandergreifenden Fragen anhand der Ausstellung "The World through AI" bearbeiten, die jüngst in Paris zu Ende ging und mit künstlerischen Mitteln den Unterschied zwischen „analytischer KI“ (zu der auch Computer Vision und Gesichtserkennungssysteme gehören) und „generativer KI“ beleuchtete.

Helena Mettler leitet die Kulturfachstelle der Stadt Chur. Als Kulturbeauftragte ist sie sowohl für die öffentliche Förderung von Kulturprojekten und -institutionen verantwortlich als auch für die Erarbeitung und Umsetzung von Kulturstrategien und politischen Aufträgen. Dazu greift die Philosophin sehr viel häufiger auf das in ihrem Studium erworbene Fachwissen zurück, als man annehmen könnte.
Sprache Deutsch
Abschlussform / Credits Bestätigte Teilnahme / 4 Credits
Kontakt helena.mettler@chur.ch