| Termin/e |
Do, 19.02.2026, 12:15 - 14:00 Uhr, 3.B47 Do, 26.02.2026, 12:15 - 14:00 Uhr, 3.B47 Do, 05.03.2026, 12:15 - 14:00 Uhr, 3.B47 Do, 12.03.2026, 12:15 - 14:00 Uhr, 3.B47 Do, 19.03.2026, 12:15 - 14:00 Uhr, 3.B47 Do, 26.03.2026, 10:15 - 14:00 Uhr, 4.B02 Do, 02.04.2026, 12:15 - 14:00 Uhr, 3.B47 Do, 16.04.2026, 12:15 - 14:00 Uhr, 4.B01 Do, 23.04.2026, 12:15 - 14:00 Uhr, 3.B47 Do, 30.04.2026, 10:15 - 14:00 Uhr, 4.B51 Do, 07.05.2026, 12:15 - 14:00 Uhr, 3.B47 Do, 21.05.2026, 12:15 - 14:00 Uhr, 3.B47 Do, 28.05.2026, 12:15 - 14:00 Uhr, 3.B47 |
| Inhalt |
Beratung ist zu einem festen Bestandteil von Bildung, Arbeitswelt, Wohlfahrtsstaat und persönlichen Beziehungen geworden. Von Orgasmus-schwierigkeiten über Familienleben bis hin zur Personalführung ist das Subjekt in immer mehr Lebensbereichen dazu aufgefordert, unter Rückgriff auf ein hoch diversifiziertes therapeutisches und beratendes Angebot an sich zu arbeiten, Kompetenzen zu entwickeln und Potenziale zu aktivieren. Mit dieser Aufforderung zur umfassenden Eigenaktivität zielt Beratung darauf ab, freie, kompetente und selbstverantwortliche Subjekte hervorzubringen.
Das Seminar untersucht Beratung als zentrale soziale Praxis moderner Gesellschaften und fragt nach ihren historischen, wissensgeschichtlichen und machtanalytischen Voraussetzungen. In einer genealogischen Perspektiven werden zeitgenössische Therapie- und Beratungsformate – etwa Coaching – auf Wissensformen und Psycho-Techniken des 20. Jahrhunderts zurückgeführt. Im Anschluss an Michel Foucault wird Beratung dabei als ein Ort verstanden, an dem sich Selbst- und Fremdführung paradigmatisch verschränken und an dem soziale In- und Exklusion reguliert wird. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem historischen Moment des sogenannten „Psychobooms“ während der 1970er Jahre, als eine Welle der Popularisierung von psychologischem Wissen und psychotherapeutischen Praktiken langfristig den Boden für die Ausbreitung therapeutischer Selbstoptimierungstechniken bereitete, die Beratung bis heute prägt. |