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Bilder des Geldes


Dozent/in Prof. Dr. Cornelia Bohn; PD Dr. phil. Claus Volkenandt
Veranstaltungsart Masterseminar
Code HS081174
Semester Herbstsemester 2008
Durchführender Fachbereich Soziologie
Studienstufe Master
Termin/e wöchentlich (Di), ab 23.09.2008, 13:00 - 15:00 Uhr, P3
Umfang 2 Semesterwochenstunden
Inhalt In dem Seminar „Bilder des Geldes“ werden zwei bisher nicht aufeinander bezogene Perspektiven auf das Thema miteinander ins Gespräch gebracht: die soziologische und die kunsthistorische. In soziologischer Perspektive geht es um Geld als Symbol und Kommunikationsmedium und um Geld als Thema in der Selbstbeschreibung der Gesellschaft. Gesellschaftliche Selbstbeschreibungen und Semantiken wurden bislang nur im Textmedium gesucht. Diese Konzepte sollen in der Veranstaltung auf Bilder erweitert werden. Es wird nach einem systematischen Zusammenhang der Veränderung des Geldgebrauchs, der Geldtheorie und der bildlichen Darstellung des Geldes gefragt. Kunst und Geld bzw. Bild und Geld sind aus kunsthistorischer Perspektive zunächst vor allem motiv- und sozialgeschichtlich eng miteinander verbunden. In sozialgeschichtlicher Hinsicht geht es dabei meist um Fragen von Mäzenatentum und Auftraggeberschaft, von höfischer Kultur und bürgerlichen Kunstverständnis, um die Topoi des verarmten Genies und die Ökonomisierung der Künste seit dem 19. Jahrhundert und schliesslich in der Gegenwart um die Globalisierung des Kunstmarktes und seine Mechanismen. In motivgeschichtlicher Perspektive ist das Geld immer wieder in der Kunst bzw. in Bildern dargestellt worden wie es in der Gegenwartskunst ebenso selbst zum Gegenstand künstlerischer Aktionen geworden ist. Zugleich aber, und dieses ist genauso zu betonen, trägt das Geld historisch variierende bildliche Darstellungen. Mit anderen Worten: Geld taucht auf Bildern auf, wie Bilder auf Geld auftauchen. Das Seminar will historische, systematische und sozialtheoretische Fragen miteinander verknüpfen und dabei zwei Schwerpunkte setzten: – Wie lässt sich der Zusammenhang zwischen der Veränderung gesellschaftlicher Geldsemantik und der bildlichen Darstellung von Geld beschreiben. – Wie stellt sich dieses für die Gegenwart dar: wie setzt sich die Gegenwartskunst mit dem Geldthema auseinander. Es wird eine lektüreintensive Veranstaltung, die darüber hinaus Anschauungen auch vor Ort vorsieht. Sie richtet sich an Teilnehmerinnen und Teilnehmer der MA-Studiengänge, die bereit sind Zeit und Engagement für experimentelle Lehr- und Lernformen einzusetzen.
Voraussetzungen Studierende im Masterstudium
Sprache Deutsch
Hörer-/innen Nein
Kontakt cornelia.bohn@unilu.ch
claus.volkenandt@unibas.ch
Literatur Zur Vorbereitung empfohlene Lektüre: Carruthers, Bruce/Babb, Sarah, The Color of Money and the Nature of Value: Greenbacks and Gold in Post-bellum America, in: American Journal of Sociology 101 (6), 1996, S. 1556-1591. Zelizer, Viviana, The Social Meaning of Money. Pin Money, Paychecks, Poor Relief, and Other Currencies, Princeton: Princeton University Press 1997 Glänzende Geschäfte. Fotografie und Geld, Fotogeschichte, Heft 105, Jg. 27, Herbst, 2007. Haskell, Francis, Maler und Auftraggeber. Kunst und Gesellschaft im italienischen Barock, mit einem Nachwort von Werner Busch, Köln: Dumont 1996 Hattinger, Gottfried (Hg.), Sozialmaschine Geld. Kunst. Positionen, Frankfurt a.M.: anabas 2000 Harten, Jürgen (Hg.), Das fünfte Element – Geld oder Kunst. Ein fabelhaftes Lexikon zu einer verlorenen Enzyklopädie, Kat. Ausst. Kunsthalle Düsseldorf, Köln: DuMont 2000. Grasskamp, Walter, Kunst und Geld. Szenen einer Mischehe, München: Beck 1998. Siegel, Katy / Paul Mattick, Geld. Reihe: Art Works. Zeitgenössische Kunst, Hildesheim: Gerstenberg Verlag 2004.