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Ein Bild sagt mehr als 1000 Zahlen


Dozent/in Sebastian Hoggenmüller, M.A.
Veranstaltungsart Hauptseminar
Code HS141286
Semester Herbstsemester 2014
Durchführender Fachbereich Soziologie
Studienstufe Bachelor
Termin/e Fr, 26.09.2014, 10:00 - 12:00 Uhr, 4.B54
Fr, 17.10.2014, 10:00 - 17:00 Uhr, 4.B54
Sa, 18.10.2014, 09:00 - 16:00 Uhr, 4.B54
Fr, 28.11.2014, 10:00 - 17:00 Uhr, 4.B54
Sa, 29.11.2014, 09:00 - 16:00 Uhr, 4.B54
Umfang 2 Semesterwochenstunden
Inhalt Zahlenbasierte Visualisierungen erfahren eine steigende Relevanz und prägen wesentlich die (visuelle) Kommunikation unserer zunehmend bildorientierten Wissensgesellschaft. So zirkulieren beispielsweise allgegenwärtig Informationsgrafiken zur globalen Erderwärmung, Heat Maps zur europäischen Finanzkrise, Länderrankings des olympischen Medaillenspiegels, Gewinnverlaufskurven in Geschäftsberichten oder Kartenanamorphote zu Armut, Rüstung, Hunger oder Reichtum. Die Besonderheit zahlenbasierter Visualisierungen ist die Kombination von Text, Zahl- und Bildelementen, um komplexe Sachverhalte, zahlenförmige Daten und Informationen durch eine bildorientierte Struktur zu veranschaulichen.
Das Seminar geht davon aus, dass solche visuellen Darstellungsformen mehr sind als die bloße Veranschaulichung sozialer Wirklichkeit oder illustratives Beiwerk in digitalen und analogen Medien. Vielmehr stellen sie visuelle Ordnungen und Beziehungen her, vermitteln neue Einsichten und liefern spezifische Argumente – jenseits der zugrunde liegenden Daten. Wie diese Visualisierungen tatsächlich Wissen (ab-)bilden, wie sie aus einer wissenssoziologisch-phänomenologischen Perspektive zu bestimmen sind und wie man ihre gesellschaftliche Bedeutung hermeneutisch rekonstruieren kann, sind Fragen, die im Seminar durch eine qualitative Auseinandersetzung mit konkreten Einzelfallbeispielen diskutiert und mittels hermeneutischer Methoden bearbeitet werden.
Im Seminar werden zunächst zentrale Texte zu Theorie und Methodologie der Wissenssoziologischen Hermeneutik, empirische Fallbeispiele visueller Analysen sowie aktuelle Entwicklungen der Bildwissenschaften und Visuellen Soziologie auf Basis von Inputreferaten der Teilnehmer diskutiert. In der zweiten Seminarhälfte sollen die konkreten Interpretationsmethoden und theoretischen Überlegungen anhand eigener empirischer Fallstudien angewandt und überprüft werden. Für diese Sitzungen werden kleine Arbeitsgruppen gebildet, die einen visuellen Untersuchungsgegenstand selbst auswählen und vorbereitend bearbeiten. Die jeweiligen Datenmaterialien werden gemeinsam im Plenum ausgewertet sowie methodische und methodologische Probleme, die sich in den Gruppenprojekten stellen, diskutiert.
Voraussetzungen Grundkenntnisse in qualitativer Sozialforschung, Erfahrung in der Analyse visueller Daten sind vorteilhaft.
Sprache Deutsch
Begrenzung Das Seminar ist auf 30 Studierende beschränkt. Eine Anmeldung im eVV/UniPortal ist keine Garantie für die Teilnahme. Teilnahmevoraussetzung ist die Anwesenheit am Vorbesprechungstermin. Übersteigt die Anzahl der Anmeldungen die Zahl der verfügbaren Seminarplätze, werden die Seminarplätze unter den in der Vorbesprechung anwesenden Studierenden verlost.
Leistungsnachweis Aktive Teilnahme:
Aktive Beteiligung an den Gruppensessions zur Bildinterpretation, Halten eines Referats sowie
Konzeption und Durchführung einer empirischen Einzelfallstudie: Gruppenanalyse einer zahlenbasierten Visualisierung

Beide Varianten sind von allen Teilnehmern zu erfüllen.
Abschlussform / Credits Aktive Teilnahme (Details siehe unter "Prüfung") / 4 Credits
Kontakt sebastian.hoggenmueller@doz.unilu.ch
Material wird auf OLAT eingestellt.
Literatur

• Boehm, Gottfried (2007): Wie Bilder Sinn erzeugen. Die Macht des Zeigens, Berlin: Univ. Press.


• Breckner, Roswitha (2010): Sozialtheorie des Bildes. Zur interpretativen Analyse von Bildern und Fotografien, Bielefeld: transcript.


• Lischeid, Thomas (2012): Diagrammatik und Mediensymbolik. Multimodale


• Darstellungsformen am Beispiel der Infografik, Duisburg: Rhein-Ruhr-Verlag.


• Soeffner, Hans-Georg (2004): Auslegung des Alltags – Der Alltag der Auslegung. Zur wissenssoziologischen Konzeption einer sozialwissenschaftlichen Hermeneutik, Konstanz: UVK.


• Tufte, Edward R. (2002): The visual display of quantitative information, Cheshire, Connecticut: Graphics Press.