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Inklusion und Exklusion in den Funktionssystemen der Weltgesellschaft. Varianten in der Entstehung der Moderne


Dozent/in Prof. Dr. rer. soc. Rudolf Stichweh
Veranstaltungsart Vorlesung
Code HS151316
Semester Herbstsemester 2015
Durchführender Fachbereich Soziologie
Studienstufe Master
Termin/e Fr, 23.10.2015, 10:15 - 17:00 Uhr, 3.B58
Sa, 24.10.2015, 09:15 - 16:00 Uhr, 3.B58
Fr, 20.11.2015, 10:15 - 17:00 Uhr, 3.B58
Sa, 21.11.2015, 09:15 - 16:00 Uhr, 3.B58
Umfang 2 Semesterwochenstunden
Inhalt Die Vorlesung besteht aus zwei hauptsächlichen Teilen: In einem ersten Teil wird der gegenwärtige Stand der Soziologie der Inklusion und Exklusion systematisch dargestellt. Folgende Leitthemen werden dabei vorkommen: 1 Historische Varianten von Inklusion und Exklusion (z.B. Stammesgesellschaften, Stratifikation, moderne Gesellschaft) 2 Individualität und das Versprechen der Vollinklusion in der Moderne (z.B. normative und semantische Aspekte einer Präferenz für Inklusion). Konflikte beim Ausbleiben von Vollinklusion. 3 Muster und Mechanismen der Inklusion und Exklusion in verschiedenen Funktionssystemen und in anderen Systemtypen (z.B. Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion, aber auch in Organisationen und sozialen Bewegungen). 4 Die Pluralisierung der Inklusionsrollen in ein und demselben System (Leistungs- und Komplementärrollen/Klienten, Öffentlichkeit als Publikum des Systems, Amateurrollen in professionell bestimmten Systemen). 5 Institutionen, die Inklusion und Exklusion miteinander verbinden (Schule, Gefängnis, Hospital, Sekte, extremistische Parteien). Sind sie im Resultat Institutionen der Inklusion oder Institutionen der Exklusion? 6 Die Stadt als Inklusions- und zugleich Exklusionsmaschine (z.B. Gettos, Favelas, Suburbanisierung). Die Stadt und die Dynamik der Lebensverläufe. 7 Die Leitunterscheidung Inklusion/Exklusion und die Konstitution von Sozialsystemen: Das sozialtheoretische Potential der Unterscheidung. Wie sehen die Verknüpfungen mit individualistischen und kollektivistischen Sozialtheorien aus? Der zweite Teil geht von den Ergebnissen des ersten Teils aus und konzentriert sich auf einen systematischen und historischen Vergleich der Muster der Inklusion und Exklusion in einer Reihe der Funktionssysteme der Weltgesellschaft. In diesem zweiten Teil geht es entscheidend auch darum, die Differenz der Muster in den verschiedenen Funktionssystemen so klar wie möglich herauszuarbeiten. Die Liste der Funktionssysteme, die in diesem zweiten Teil untersucht werden, ist im Moment noch offen. Auf jeden Fall aber werden behandelt werden: Wirtschaft, Politik, Intimbeziehungen, Wissenschaft, Erziehung, Sport, Gesundheit/Krankheit, Religion, Kunst.

Sprache Deutsch
Leistungsnachweis Als Prüfungsform dient in dieser Vorlesung ein Essay (8.000 – 10.000 Zeichen), den Teilnehmer zu einem Thema ihrer Wahl aus dem Bereich der Vorlesung verfassen. Zusätzlich sind Hausarbeiten möglich und gegebenenfalls Masterarbeiten anschliessbar.
Abschlussform / Credits Benotete Prüfung (Essay) / 2 Credits
Kontakt rstichweh@yahoo.de
Literatur · Bohn, Cornelia, Inklusion und Exklusion und die Person, Konstanz 2006 · Farzin, Sina/Opitz, Sven, Inklusion/Exklusion. Rhetorik, Körper, Macht, Stuttgart 2009 · Ghosh, Cyril, The Politics of the American Dream. Democratic Inclusion in Contemporary American Political Culture, New York 2013 · Landemore, Hélène, Democratic Reason: Politics, Collective Intelligence and the Rule of the Many, Princeton 2013 · Stichweh, Rudolf, Inklusion und Exklusion, 2. Aufl., Bielefeld 2015 · Stichweh, Rudolf/Windolf, Paul, Inklusion und Exklusion. Analysen zur Sozialstruktur und sozialen Ungleichheit, Wiesbaden 2009 · Woodward, Alison/Kohli, Martin, Inclusions and Exclusions in European Societies, London 2007