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Jesuiten und Benediktiner. Spirituelle und rechtliche Fragen


Dozent/in Prof. Dr. Adrian Loretan, Prof. Dr. Paul Oberholzer SJ (Pontificia Università Gregoriana)
Veranstaltungsart Hauptseminar
Code HS181057
Semester Herbstsemester 2018
Durchführender Fachbereich Theologie
Studienstufe Bachelor Master
Termin/e Mo, 17.09.2018, 16:30 - 18:00 Uhr, 3.B55
Sa, 26.01.2019, 08:15 - 16:00 Uhr, 3.B57
Mo, 28.01.2019, 08:15 - 16:00 Uhr, 3.B57
Weitere Daten Vorbesprechnung: Mo, 17.09.2018, 17:00 Uhr
Seminar: So, 27.01.2019, 09:15-18:00 Uhr im Studentenhaus Leo 15
(St. Leodegarstr. 15, bei Hofkirche)
Umfang 2 Semesterwochenstunden
Inhalt Jesuiten
- José de Acostas Blick auf aussereuropäische Kulturen in seinem Werk „De procurandorum Indorum salute“
- Die Sklaverei in der Beurteilung von Jesuiten im 16. Jahrhundert (z.B. Luis de Molina) (vgl. Norbert Brieskorn)
- Die Beziehung des Konfuzianismus zum Christentum bei Matteo Ricci
- Chinesische Christen setzen sich beim Papst für die Anerkennung ihrer einheimischen Riten ein (Vgl. Nicolas Standaert)
- Mit welchem Menschen- und Weltbild begegnet Hans Martin Schmid [Theologiestudent aus Luzern] den Kulturen in Paraguay?
- Mit welchem Menschen- und Weltbild begegnet Franz Xaver [Patron der Luzerner Universitätskirche] den Religionen in Indien und Japan?
- Die Theologie der Sendung bei Ignatius von Loyola am Beispiel seiner Vision von La Storta
- Die ignatianischen Exerzitien als Instrument der Selbstfindung und des Dienstes
- Die litterae annuae der Jesuiten – Funktion eines globalen Mediums der Kommunikation Benediktiner
Es werden Abschnitte der Regel Benedikts und ihre Kommentare studiert, um so der Spiritualität dieses Textes auf die Spur zu kommen. Es wird die Wirkungsgeschichte dieses Textes durch die Jahrhunderte verfolgt, spirituell, ordensrechtlich, verfassungsrechtlich, kulturgeschichtlich.
Z.B. Das Stundengebet und seine Spiritualität (Officium) oder
das Wahlrecht des Abts.
Bedenken wir folgende Parallelen: In der ägyptischen Wüste entstehen Mönchgemeinschaften. Diese Erfahrung wird von Cassian nach Europa gebracht. Mitten im Krieg der Völkerwanderungen entsteht die Benediktsregel, die eine Oase des Friedens kreieren will. Mitten im Zweiten Weltkrieg entsteht die Brüdergemeinschaft von Taizé und mitten im fundamentalistischen Terror leben die Zisterzienser von Tibhirine in den maghrebinischen Bergen. Der preisgekrönte Film (Cannes) „Des hommes et des dieux“ (2010) erzählt von ihrem Schicksal.
Die Benediktsregel wurde im 6. Jh. für das Kloster Montecasino geschrieben, das noch im 6. Jh. zerstört wurde. Wieso hatte dieser normative Text dennoch eine solche Wirkungsgeschichte in Bezug auf das kanonische Verfassungsrecht, das Ordensleben, die Liturgie, die Spiritualität, das Officium des Stundengebetes etc.?
Wir werden mit dem Film „Des Hommes et des Dieux“ (mit dt. Untertiteln) einsteigen in eine Welt der Stille und des Hörens auf das Wort Gottes. Wir werden verschiedene Regelkommentare studieren und den alten Text zu verstehen versuchen.
Lernziele Die Verbindung von Spiritualitäts- und Rechtsgeschichte erkennen
Voraussetzungen Einführung in das Kirchenrecht und Staatskirchenrecht mit bestandener Prüfung.
Sprache Deutsch
Begrenzung 20 Personen, die ein Referat oder eine andere Form der wissenschaftliche Präsentation einbringen können. Die Vergabe der Plätze erfolgt in der Reihenfolge des Anmeldungseingangs beim Lehrstuhl.
Anmeldung Anmeldung via Uniportal und beim Lehrstuhl bis am 28.09.18: - Organisation: martina.tollkuehn@unilu.ch - Themenabsprache Jesuiten: oberholzer@unigre.it - Themenabsprache Benediktiner: adrian.loretan@unilu.ch
Prüfung Bestätigte Teilnahme mit Zusatzleistung Referat oder Präsentation (3 Cr)
Benotete schriftliche Arbeit (4 Cr)
mögliche Zusatzleistung:
- Essay für eine Zeitschrift oder Blog (+1 Cr)
Abschlussform / Credits siehe "Prüfung" / 0 Credits
Bestätigte Teilnahme mit Zusatzleistung / 3 Credits
Benotete schriftliche Arbeit / 4 Credits
Benotete schriftliche Arbeit mit Zusatzleistung / 5 Credits
Bestätigte Teilnahme mit Zusatzleistung / 4 Credits
Hinweise - Die Teilnahme an dieser Präsenzveranstaltung (keine Online-Durchführung!) ist auch für Studierende des Fernstudiums möglich (Vorbesprechungstermin 17.9.: Teilnahme nach Möglichkeit). 3-tägiges Blockseminar direkt nach den Examenstagen der Fernstudierenden:
- Sa, 08:15-16:00 Uhr, Uni Luzern
- Anschliessend gemeinsamer Gottesdienst in der Sakristei der Jesuitenkirche
- So, 09:15-18:00 Uhr im Studentenhaus Leo 15 (St. Leodegarstr. 15, bei Hofkirche)
- Mo, 08:15-16:00 Uhr, Uni Luzern
- Abreisezug Flughafen Zürich um 16:10 Uhr
- Pflichtinhalt gem. SPO 2013: Kirchenrecht/Staatskirchenrecht: Theologie des Kirchenrechts
Hörer-/innen Ja
Kontakt martina.tollkuehn@unilu.ch
Literatur Paul Oberholzer, 200 Jahre Wiederrichtung des Jesuitenordens, 2016.
Rita Huber / Paul Oberholzer, Matteo Ricci und der Kaiser von China, Jesuitenmission im Reich der Mitte, Würzburg 2010.
Peter Erhart, Stiftsarchivar von St. Gallen hat einen Band mit Reisetagebüchern von St. Galler Mönchen nach Italien herausgegeben. Im ersten Band beschreibt ein Mönch ausführlich seinen Besuch im Jesuitenkolleg in Innsbruck.
Hugo Rahner, Ignatius als Mensch und Theologe (Exerzitien).
Barbara Hallensleben, Theologie der Sendung. Die Ursprünge bei Ignatius von Loyola und Mary Ward, Frankfurt 1994.
Kommentare zur Bendiktsregel und wiss. Zeitschrift Erbe und Auftrag, Benediktinische Zeitschrift.
Dominicus M. Meier, Die Rechtwirkungen der klösterlichen Profess, Frankfurt a.M. 1993.
Michaela Puzicha, Kommentar zur Benediktusregel, mit einer Einführung von Christian Schütz, im Auftrag der Salzburger Aebtekonferenz, St. Ottilien 2002.
Abt Georg Holzherr, Die Benediktsregel. Eine Anleitung zur christlichen Leben. Der vollständige Text der Regel übersetzt und erklärt, Zürich 4, Auflage 1993.
Michaela Puzicha, Die Heilige Schrift in der Regel Benedikts, Beuron 2009.
Michaela Puzicha, Zeugen des Glaubens: Benedikt von Nursia begegnen, Augsburg 2. Auflage 2008.