Valorisierung in sozialen Räumen und Medien – Creative Economies, neue akademische Mittelklasse und Bereicherung
| Dozent/in |
Guy Schwegler, MA |
| Veranstaltungsart |
Hauptseminar |
| Code |
HS191352 |
| Semester |
Herbstsemester 2019 |
| Durchführender Fachbereich |
Soziologie |
| Studienstufe |
Bachelor |
| Termin/e |
|
| Umfang |
2 Semesterwochenstunden |
| Inhalt |
Bereits kurz nach der Jahrtausendwende beschrieb Richard Florida mit The Rise of the Creative Class die neue Rolle von Kreativität sowie kreativ arbeitenden Gesellschaftsschichten und deren entscheidenden Beitrag für den Standortvorteil einer Stadt oder Region. Diese These Floridas blieb und bleibt beständig und wurde kürzlich in Andreas Reckwitz Die Gesellschaft der Singularitäten wiederaufgenommen. Umformuliert zur akademischen Mittelklasse beschreibt Reckwitz ein Milieu, das formal gesehen über eine hohe kulturelle Bildung verfügt und tätig ist in einem sich mehr und mehr entgrenzenden Kulturkapitalismus. Damit ist dieses Milieu tragend für eine neue gesellschaftliche Logik, nämlich derjenigen der Singularisierung, also der zentralen Stellung von Einzigartigkeiten. Auch im kürzlich ins Deutsche übersetzte Buch Bereicherung von Luc Boltanski und Arnaud Esquerre ist es die kreative Arbeit von Kunsthochschüler*innen genauso wie diejenige der Sozial- und Geisteswissenschaften, die für einen neuen Wirtschaftsbereich bereits vorhandene Waren oder Gebiete umwertet, aufwertet und damit etwas neu entdeckt und entwickelt, was bereits vorhanden war. Das Seminar «Valorisierung in sozialen Räumen und Medien» möchte diese drei mehr oder weniger neuen sozialwissenschaftlichen Arbeiten diskutieren, in denen Kultursoziologie mit Wirtschafts- und Sozialstrukturanalyse verknüpft wird. Dabei geht es neben neuen Ökonomieformen allgemein auch um spezifische Räume und eine bestimmte Mediennutzung durch die kreativen und akademischen Klassen. Dadurch soll diese neue Form der Wertzuschreibung oder eben Valorisierung verortet und erklärt werden. Ziel des Seminars ist es nicht nur die drei Ansätze zu besprechen, sondern es wird ihnen ebenfalls mittels (Sekundär-)Analysen von Datensätzen empirisch nachgegangen. |
| Voraussetzungen |
Die Veranstaltungen «Einführung in die Methoden der empirischen Sozial- und Kommunikationsforschung» I+II sollen erfolgreich besucht worden sein. Die Veranstaltungen «Grundlagen der Multivariaten Statistik» sowie «Sozialwissenschaftliche Datenanalyse» sollen wenn möglich ebenfalls erfolgreich besucht worden sein oder im aktuellen Semester besucht werden, da im Seminar auf Verfahren der Vorlesung teilweise zurückgegriffen und mit der Statistiksoftware R gearbeitet wird. |
| Sprache |
Deutsch |
| Abschlussform / Credits |
Aktive Teilnahme (Referat) / 4 Credits
|
| Kontakt |
guy.schwegler@unilu.ch |
| Material |
Texte werden über OLAT zugänglich gemacht und die empirische Arbeit erfolgt mit öffentlich zugänglichen Datensätzen (z.Bsp. European Social Survey). |
| Literatur |
Boltanski, Luc, und Arnaud Esquerre (2018). Bereicherung: eine Kritik der Ware. Übersetzt von Christine Pries. Erste Auflage. Berlin: Suhrkamp.
Florida, Richard (2006). The Rise of the Creative Class: And How It’s Transforming Work, Leisure, Community and Everyday Life. Nachdr. New York, NY: Basic Books.
Reckwitz, Andreas (2017). Die Gesellschaft der Singularitäten: zum Strukturwandel der Moderne. 1. Auflage. Berlin: Suhrkamp. sowie allgemeiner auch:
Beck, Ulrich und Edgar Grande (2010). "Jenseits des methodologischen Nationalismus: Außereuropäische und europäische Variationen der zweiten Moderne." Soziale Welt 61, 3/4. 187-216.
Böcker, Julia, Lena Dreier, Melanie Eulitz, Anja Frank, Maria Jakob, und Alexander Leistner, Hrsg (2018). Zum Verhältnis von Empirie und kultursoziologischer Theoriebildung: Stand und Perspektiven. 1. Auflage. Edition Soziologie. Weinheim Basel: Beltz Juventa.
Weiss, Anja (2017). Soziologie globaler Ungleichheiten. Erste Auflage. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 2220. Berlin: Suhrkamp. |
Daten werden verarbeitet...