Dozent/in |
Prof. Dr. Adrian Loretan |
Veranstaltungsart |
Hauptvorlesung |
Code |
HS191358 |
Semester |
Herbstsemester 2019 |
Durchführender Fachbereich |
Theologie |
Studienstufe |
Bachelor
Master |
Weitere Daten |
- Aufschaltung der Unterlagen: zu Beginn des Semesters
- Aufschaltung der Podcasts: jeweils bis Mittwochabend
- Konferenzschaltungen (freiwillig): 14.10. und 11.11.2019, jeweils 16:30 |
Umfang |
2 Semesterwochenstunden |
Turnus |
alle 2 Jahre im HS |
Inhalt |
Wie vertragen sich ein säkularer Staat und eine auf den Prinzipien der Aufklärung (Freiheit, Gleichheit, Solidarität) beruhende Gesellschaft mit dem Selbstverständnis der Religionsgemeinschaften?
Die Französische Revolution hat sich antireligiös entwickelt. Nur so sah sie eine Möglichkeit, die Demokratie zu legitimieren gegen das Königtum, das mit dem christlichen Gottesgnadentum theologisch begründet wurde. Erst die Konzilserklärung (1965) zur Religionsfreiheit "Würde der menschlichen Person" enthielt ein klares Ja zum Grundrecht der Religionsfreiheit und damit zum modernen demokratischen Verfassungsstaat.
Die Religionsfreiheit wird in ihrer europäischen „Entstehung nicht den Kirchen, nicht den Theologen und auch nicht dem christlichen Naturrecht verdankt, sondern dem modernen Staat, den Juristen und dem weltlich rationalen Recht“, so Ernst-Wolfgang Böckenförde. Die typisch europäische Wurzel des säkularen Staates wurde in der Französischen Revolution (laicité) nochmals radikalisiert. Die Trennung von Staat und Religion kann aber auch anders gesehen werden als in Frankreich. Die USA und Deutschland entfalteten je ein anderes Trennungsmodell.
In der Vorlesung wird u.a. mit Habermas und in Kritik an Habermas (Charles Taylor) aufzuzeigen versucht, wie der gesellschaftliche und rechtsstaatliche Diskurs aus der antireligiösen Sackgasse herausfinden kann. Religiöse und atheistische Menschen sollen ihre Argumente in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen können. |
Lernziele |
- Verschiedene „Trennungsbegriffe“ anwenden und überschreiten lernen
- In institutionellen Kategorien denken lernen
- Was unterscheidet Rechtsinstitutionen von anderen Institutionen |
Voraussetzungen |
Einführung ins Kirchenrecht und Staatskirchenrecht |
Sprache |
Deutsch |
Prüfung |
Unbenoteter Leistungsnachweis:
- mündliche Prüfung (2 Cr)
- Essay (2 Cr)
Benotete mündliche Prüfung (3 Cr) |
Abschlussform / Credits |
Unbenoteter Leistungsnachweis / 2 Credits (für alle Module ohne anderslautende Angabe)
siehe "Prüfung" / 0 Credits (für alle Module ohne anderslautende Angabe)
Benotete mündliche Prüfung / 3 Credits (für alle Module ohne anderslautende Angabe)
Benotete mündliche Prüfung / 3 Credits (für Modul Hauptvorlesung frei wählbar)
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Hinweise |
- Modus der Durchführung: Podcasts (wöchentlich); Konferenzschaltungen
- Lehrveranstaltungsbeginn: Montag, 16.09.
- Pflichtinhalt gem. SPO 2013: Kirchenrecht/Staatskirchenrecht: Theologie und Philosophie des Kirchenrechts und Strafrecht |
Hörer-/innen |
Nein |
Kontakt |
adrian.loretan@unilu.ch |
Literatur |
Pflichtlektüre vorgesehen: Julia Hänni, Sebastian Heselhaus, Adrian Loretan (Hg.), Religionsfreiheit im säkularen Staat. Aktuelle Auslegungsfragen in der Schweiz, in Deutschland und weltweit, DIKE 2019.
Lorenz Engi, Die religiöse und ethische Neutralität des Staates, Zürich 2017.
Karl Kardinal Lehmann, Toleranz und Glaubensfreiheit. Geschichte und Gegenwart in Europa, Freiburg i.Br. 2015.
Barbara Gartner, Der religionsrechtliche Status islamischer und islamistischer Gemeinschaften, Wien 2011.
Simon Schädler, Der Schutz des religiösen Friedens als Staatsaufgabe. Eine juristische Untersuchung des öffentlichen Interesses am Frieden zwischen den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, Zürich 2014.
Adrian Loretan, Wahrheitsansprüche im Kontext der Freiheitsrechte, Zürich 2017 (Bd. 3).
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