Forschungsseminar: 'Die kreative Klasse'
| Dozent/in |
Guy Schwegler, MA |
| Veranstaltungsart |
Hauptseminar |
| Code |
HS201328 |
| Semester |
Herbstsemester 2020 |
| Durchführender Fachbereich |
Soziologie |
| Studienstufe |
Bachelor |
| Termin/e |
wöchentlich (Mi), ab 16.09.2020, 08:30 - 10:00 Uhr, 4.B02 |
| Umfang |
2 Semesterwochenstunden |
| Inhalt |
Bereits kurz nach der Jahrtausendwende beschrieb Richard Florida mit The Rise of the Creative Class die neue Rolle von Kreativität sowie kreativ arbeitenden Gesellschaftsschichten. Eine solche kreative Klasse repräsentiert nicht nur eine neue Form des Arbeitens und Lebens, sondern sie leistet auch einen entscheidenden Beitrag für den Standortvorteil einer Stadt oder Region. Diese These Floridas und die darin enthaltene Verknüpfung von Kultursoziologie mit Wirtschafts- und Sozialstrukturanalyse bleibt weiterhin aktuell. Sie wurde kürzlich in vergleichbarer Weise in zwei prominenten Arbeiten erneut aufgenommen: Andreas Reckwitz beschreibt in Die Gesellschaft der Singularitäten eine akademische Mittelklasse, die tragend ist für die gesellschaftliche Logik der Singularisierung. In dieser Logik nehmen kulturelle Einzigartigkeiten und so wiederum Kreativität eine zentrale Rolle ein. Auch die gemeinsame Arbeit von Luc Boltanski und Arnaud Esquerre, Bereicherung, dreht sich um die Rolle einer solchen Klasse. Hier ist es die kreative Arbeit von Kunsthochschüler*innen genauso wie diejenige der Sozial- und Geisteswissenschaften, die für einen neuen Wirtschaftsbereich bereits vorhandene Waren oder ganze Gebiete umwertet und aufwertet. Das Seminar möchte diese drei mehr oder weniger neuen sozialwissenschaftlichen Arbeiten diskutieren und rückt die Idee einer kreativen Klasse ins Zentrum. Ausgehend davon werden Fragen gestellt nach Praktiken, Ökonomien und Strukturen dieser gesellschaftlichen Schichten. Diese Fragen werden nicht nur theoretisch diskutiert, sondern es soll ihnen auch empirisch über Sekundäranalysen von Datensätzen nachgegangen werden. |
| Voraussetzungen |
(1) Der erfolgreiche Besuch der Veranstaltungen «Einführung in die Methoden der emp. Sozial- und Kommunikationsforschung» I und II wird vorausgesetzt.
(2) Auch sollen die Teilnehmer*innen parallel die Vorlesung Grundlagen der multivariaten Statistik besuchen (oder sie sollen diese bereits erfolgreich besucht haben).
(3) Darüber hinaus müssen Grundkenntnisse der Statistiksoftware R vorhanden sein (eine Teilnahme an der Veranstaltung «Sozialwissenschaftliche Datenanalyse» bietet eine Möglichkeit, diese Voraussetzung des Seminars zu erfüllen). |
| Sprache |
Deutsch |
| Abschlussform / Credits |
Aktive Teilnahme (Referat) / 4 Credits
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| Hörer-/innen |
Nein |
| Kontakt |
guy.schwegler@unilu.ch |
| Literatur |
Boltanski, Luc, und Arnaud Esquerre (2018). Bereicherung: eine Kritik der Ware. Übersetzt von Christine Pries. Erste Auflage. Berlin: Suhrkamp.
Florida, Richard (2006). The Rise of the Creative Class: And How It’s Transforming Work, Leisure, Community and Everyday Life. Nachdr. New York, NY: Basic Books.
Reckwitz, Andreas (2017). Die Gesellschaft der Singularitäten: zum Strukturwandel der Moderne. 1. Auflage. Berlin: Suhrkamp.
sowie:
Böcker, Julia, Lena Dreier, Melanie Eulitz, Anja Frank, Maria Jakob, und Alexander Leistner, Hrsg (2018). Zum Verhältnis von Empirie und kultursoziologischer Theoriebildung: Stand und Perspektiven. 1. Auflage. Edition Soziologie. Weinheim Basel: Beltz Juventa. |
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