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Seit der Aufklärungszeit des 18. Jh. dient die Unterscheidung von Entwicklungsstufen dazu, unterschiedliche Gesellschaften zu klassifizieren. Die Kriterien zur Bestimmung dieser Entwicklungsstufen waren dabei hauptsächlich wirtschaftlicher (Technologie, Produktivität, Arbeitsteilung) oder sozio-struktureller Art (Komplexität, funktionale Ausdifferenzierung).
Im 19. Jh. wurde der Evolutionismus zum dominanten Paradigma der Sozialwissenschaften, vor allem auch in der Ethnologie (Morgan) und Soziologie (Spencer), deren Entstehung als professionelle Disziplinen in diese Zeit fällt. Im 20. Jh. wurde die evolutionistische Entwicklungstheorie einerseits radikal kritisiert, anderseits aber auch weitergeführt. Während die einen Denkschulen versuchten, die evolutionistische Entwicklungstheorie des 19. Jh. konzeptuell weiter zu entwickeln (Parsons, Luckmann, Habermas), als Modernisierungstheorie zu formulieren (Rostow, Lewis) oder empirisch-ethnographisch zu untermauern (Carneiro, Harris), entstanden gleichzeitig neue Richtungen, die in unterschiedlicher Weise auf das Variation-und-Selektion-Modell von Darwin zurückgriffen. Dazu zählen etwa die Soziobiologen und die Verhaltensökologie, aber auch ein historisches Modell evolutionärer Prozesse (Sahlins, Service), das in der Wirtschaftswissenschaft (Evolutionsökonomik, Nelson, Winter, Davies) und der Soziologie (Organisationsökologie, Hannan, Freeman) Entsprechungen findet. |