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Tradition und postkoloniale Moderne: Ethnographie der Philippinen


Dozent/in Prof. Dr. Bettina Beer
Veranstaltungsart Masterseminar
Code HS201443
Semester Herbstsemester 2020
Durchführender Fachbereich Ethnologie
Studienstufe Bachelor Master
Termin/e wöchentlich (Do), ab 17.09.2020, 14:15 - 16:00 Uhr, 4.B02
Umfang 2 Semesterwochenstunden
Turnus wöchentlich
Inhalt Die Philippinen sind eine soziokulturell heterogene Nation mit bewegter Kolonialgeschichte. Der Süden des Inselstaates ist islamisch, der Rest vorwiegend katholisch und heute stark unter dem Einfluss amerikanischer evangelikaler Bewegungen. Ausgeprägt ist auch der Regionalismus, mit der Betonung jeweiliger soziokultureller Besonderheiten. Die offizielle Landessprache ist Tagalog, die Bevölkerung weiter Teile des Landes spricht Englisch und Visaya (Cebuano). Zunächst spanische Kolonie, dann unter amerikanischer Verwaltung sind die Philippinen eine Nation Südostasiens, über die häufig geschrieben wird, sie sei besonders früh in Prozesse der Globalisierung eingebunden worden. Tatsache ist, dass die Migration auf und aus den Philippinen sehr hoch ist und die Heterogenität der Bevölkerung groß: Neben der philippinische Mehrheitsbevölkerung spielen nach wie vor ethnische Minderheiten sowie chinesische und indische Gemeinschaften eine wichtige Rolle. Auch Remigranten verschiedener Epochen aus den USA und Europa haben einen besonderen Status. Mit ihrer kulturell-sprachlichen Nähe zu Mikronesien, asiatischen Einflüssen und europäisch-amerikanischen Kolonialgeschichte entziehen sich die Philippinen gängigen regionalen Zuordnungen der Ethnologie. Sie sind somit sehr gut geeignet, neuere Theorien zu Kulturwandel, "Modernität", "Entwicklung", Globalisierung, Staatlichkeit und politischer Organisation kritisch zu diskutieren.
In dem Seminar wird es sowohl um die Ethnographie ethnischer Minderheiten gehen, als auch um Tourismus, Prostitution, Arbeits- und Heiratsmigration, ethnische Konflikte, Korruption, Klientelismus, Beliebtheit von Technik und Neuen Medien. Durch klassische und neuere problemorientierte Ethnographien werden Einblicke in die Geschichte und verschiedene Lebensweisen gegeben.
Das Seminar dient zur Vorbereitung eines geplanten Feldforschungspraktikums, das maximal fünfzehn Studierenden die Möglichkeit geben soll, auf der philippinischen Insel Bohol ein eigenes Forschungsvorhaben durchzuführen. An dem Seminar können auch Studierende teilnehmen, die nicht an der Exkursion teilnehmen.
E-Learning Thema: Masterseminar: Philippinen https://unilu.zoom.us/j/92813575423?pwd=mehovnbrddfoug1ur0xbr3b2r3krut09

Meeting-ID: 928 1357 5423 Kenncode: 916288

Sprache Deutsch
Abschlussform / Credits Aktive Teilnahme / 4 Credits
Hinweise Nach Rücksprache werden auch BA zugelassen
Hörer-/innen Ja
Kontakt bettina.beer@unilu.ch
Literatur Texte werden frühzeitig auf OLAT bereitgestellt Cannel, F. 1999. Power and Intimacy in the Christian Philippines. (Cambridge Studies in Social and Cultural Anthropiology 109). Cambridge: Cambridge University Press. Constable, N. 2003. Romance on a global stage. Pen pals, virtual ethnography and 'mail order' marriages. Berkeley and Los Angeles, California: University of California Press. Eder, James F. 1993. On the Road To Tribal Extinction. Depopulation, Deculturation, and Adaptive Well-Being among the Batak of the Philippines. Quezon City: New Day Publishers. Griffin, P. Bion and Agnes Estioko-Griffin (Hg.) 1985. The Agta of Northeastern Luzon: Recent Studies. Cebu City: University of San Carlos. Headland, Thomas N. (ed.) 1992. The Tasaday Controversy: Assessing the Evidence. (AAA scholarly series, special publication no. 28). Washington: American Anthropological Association. Johnson, M. 1997. Beauty and Power: Transgendering and Cultural Transformation in the Southern Philippines. Oxford: Berg.