Wetter, Klima, Katastrophen. Zum Umgang mit aussergewöhnlichen Naturphänomenen in der Frühen Neuzeit
| Dozent/in |
PD Dr. phil. Helene Sophie Ruppel |
| Veranstaltungsart |
Hauptseminar |
| Code |
HS201466 |
| Semester |
Herbstsemester 2020 |
| Durchführender Fachbereich |
Geschichte |
| Studienstufe |
Bachelor
Master |
| Termin/e |
wöchentlich (Mi), ab 16.09.2020, 12:15 - 14:00 Uhr, 4.B47 |
| Umfang |
2 Semesterwochenstunden |
| Turnus |
wöchentlich |
| Inhalt |
In jüngster Zeit erleben wir in ganz neuer Form bedrohliche Naturereignisse. Ihre Auswirkungen und Folgen sind zwar heute völlig anders ausgeprägt als in der Frühen Neuzeit, sie erinnern uns aber wieder zunehmend an die Abhängigkeit des Menschen von der Natur. Nicht zuletzt deshalb stellt sich die Frage, wie Menschen der Frühen Neuzeit Klima- und Wetterphänomene wahrnahmen, wie sie darauf reagierten und welche Bedeutungen sie ihnen zuschrieben.
Die Frühe Neuzeit ist eine Epoche, in der sich Naturwahrnehmungsmuster grundsätzlich veränderten und ausdifferenzierten. Ländliche Lebensformen wurden vielfach von urbanisierten Lebensweisen abgelöst. Märkte und Handel verminderten beispielsweise die direkte Abhängigkeit des Einzelnen von Wetterereignissen, die die Ernte beeinträchtigten. Hungerkrisen konnten besser bewältigt werden. Die sich entwickelnde moderne Naturwissenschaft richtete zudem in experimentell-beobachtenden Zugängen einen neuen Blick auf die Natur. So büsste die Natur tatsächlich manche Bedrohlichkeit ein – als Beispiel sei die Gefahr durch Gewitter genannt und die damit verbundenen Feuerschäden. In der aufkommenden städtisch-bürgerlichen Gesellschaft erfuhr die Natur dabei regelrecht eine Romantisierung. Die „reine“ Natur wurde zum Sehnsuchtsort.
Die Lehrveranstaltung widmet sich dabei sowohl langfristigen Naturphänomen, wie etwa der „kleinen Eiszeit“ des 17. Jahrhunderts, als auch Einzelereignissen wie Kometensichtungen oder Erdbeben. Anhand dieser Themen wird die sich wandelnde Naturwahrnehmung zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert in den Blick genommen. |
| Sprache |
Deutsch |
| Begrenzung |
max. 30 Teilnehmende |
| Abschlussform / Credits |
Aktive Teilnahme / 4 Credits
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| Kontakt |
helene.ruppel@doz.unilu.ch |
| Literatur |
Einführende Literatur:
Behringer, Wolfgang: Kulturgeschichte des Klimas. Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung, 4. Auflage, 2014.
Groh, Dieter; Kempe, Michael und Mauelshagen, Franz (Hrsg.): Natur-Katastrophen. Beiträge zu ihrer Wahrnehmung und Darstellung in Text und Bild von der Antike bis ins 20. Jahrhundert, Tübingen 2003.
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