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Jean-Jacques Rousseau: Sozialphilosophie und politische Theorie


Dozent/in Tobias Albrecht, MA
Veranstaltungsart Proseminar
Code HS201499
Semester Herbstsemester 2020
Durchführender Fachbereich Philosophie
Studienstufe Bachelor
Termin/e wöchentlich (Mo), ab 14.09.2020, 18:15 - 20:00 Uhr, 3.B52
Umfang 2 Semesterwochenstunden
Turnus Wöchentlich
Inhalt Jean-Jacques Rousseau zählt zu den bedeutendsten Denker*innen der Moderne. Während Rousseaus Einfluss auf die politische Theorie und Sozialphilosophie des späten 18. sowie des 19. und 20. Jahrhunderts unumstritten ist, war (und ist) man sich manchmal uneinig, worin dieser Einfluss genau besteht. Zum einen hat Rousseau ein thematisch vielfältiges - manche sagen gar widersprüchliches - Werk hinterlassen, dessen innerer Zusammenhang nicht immer auf den ersten Blick klar wird: Was hat der Sozialphilosoph und Zivilisationskritiker Rousseau, dem häufig – wenn auch fälschlicherweise – der Ausruf „Zurück zur Natur!“ zugeschrieben worden ist mit dem politischen Theoretiker des volonté générale zu tun? Stehen seine radikale Gesellschaftskritik und das Eintreten für einen Gesellschaftsvertrag nicht im Widerspruch zueinander? Und was hat es mit seinen Schriften zur Pädagogik auf sich? Handelt es sich dabei um ein Nebenprojekt des Tausendsassas? Oder stehen diese gar im Zusammenhang mit seinen zivilisationskritischen und politischen Positionen? Aber nicht nur der innere Zusammenhang seines Werkes ist umstritten, sondern auch dessen Bewertung. Den einen gilt Rousseau als der modernste Denker seiner Epoche, den anderen als rückwärtsgewandter Melancholiker. Für die einen ist er eine Art früher Vordenker des Totalitarismus, für andere der Philosoph der Freiheit, der nicht nur der französischen Revolution den Weg bereitet, sondern auch viele Grundbegriffe geprägt hat, die in der aktuellen politischen Theorie immer noch zentral sind (z.B. Freiheit, Gleichheit, Demokratie, Volkssouveränität).



Das Seminar wird, von diesen Fragen ausgehend, eine Einführung in Rousseaus Denken geben. Anhand der Lektüre von (Auszügen aus) Rousseaus wichtigsten Schriften soll sowohl ein Überblick über sein Werk gegeben als auch dessen innerer Zusammenhang erschlossen werden. Zudem werden wir an zwei Stellen im Seminar (einmal in der Mitte und einmal am Ende) einen Schritt vom Gelesenen zurücktreten, um anhand ausgesuchter Sekundärtexte einen Eindruck von der (vielfältigen) Rezeptionsgeschichte Rousseaus zu gewinnen.

Voraussetzungen Vorkenntnisse zu Rousseau sind nicht erforderlich. Die Bereitschaft zur intensiven Auseinandersetzung mit den Primärtexten aber schon.
Sprache Deutsch
Leistungsnachweis Leistung: 2 Memos (kurze Essays): Dabei handelt es sich nicht um Protokolle, sondern die Memos sollen vor der betreffenden Stunde abgegeben werden. Die Verfasser*innen der Memos sollen dann in der jeweiligen Stunde als «Expert*innen» besonders ansprechbar sein.
Abschlussform / Credits Aktive Teilnahme / 4 Credits (für alle Module ohne anderslautende Angabe)
Unbenoteter Leistungsnachweis mit Zusatzleistung / 3 Credits (für Modul Philosophie)
Teilnahme und grössere Leistung / 4 Credits (für Modul Philosophie)
Teilnahme und Grundleistung / 3 Credits (für Modul Philosophie)
Teilnahme und grössere Leistung / 4 Credits (für Modul Philosophie)
Hörer-/innen Ja
Kontakt tobias.albrecht@doz.unilu.ch
Literatur Eine detaillierte Literaturliste wird in der ersten Sitzung bereitgestellt. Die folgenden Bücher lesen wir beide fast ganz. Ihre Anschaffung (jeweils in der Reclam-Ausgabe) wird daher empfohlen: - „Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“ (Reclam-Ausgbe) - „Vom Gesellschaftsvertrag“ (Reclam-Ausgabe)