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Fernmodus Heavy Metal – Resonanz aus theologischer und soziologischer Perspektive


Dozent/in Prof. Dr. Ursula Schumacher; Prof. Dr. Rainer Diaz-Bone
Veranstaltungsart Hauptseminar
Code HS261204
Semester Herbstsemester 2026
Durchführender Fachbereich Theologie
Studienstufe Bachelor Master
Umfang 2 Semesterwochenstunden
Turnus Kein Turnus
Inhalt Das Seminar untersucht Heavy Metal als religiös und kulturell bedeutsames Phänomen an der Schnittstelle von Kultursoziologie und Theologie. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich im Metal ein eigenständiges Sinn- und Symboluniversum ausbildet, in dem religiöse Motive, Erfahrungen und Gemeinschaftsformen verarbeitet und verdichtet werden. Heavy Metal hat eine erstaunliche Dauerhaftigkeit und Resilienz gezeitigt, denn von einer anfänglichen Subkultur hat sich Heavy Metal zu einer gesellschaftlich vielfältig präsenten Kultur entwickelt.
Konkret reflektiert das Seminar dabei religiöse Elemente im Metal, insbesondere die Rezeption und Transformation religiöser Bilder, Symbole und Deutungsmuster; zudem wird die Heavy Metal-Welt kultursoziologisch untersucht und als Ausdruck existentieller Bedürfnisse, insbesondere des Bedürfnisses nach weltlicher und ausserweltlicher Sinnstiftung reflektiert. Die Heavy Metal-Welt ist eine kulturelle Ordnung, die einerseits archaisch wirkt (insbesondere aus der Aussenansicht), die andererseits für gegenwärtige Lebensstilgruppen sehr praktische „Blaupausen“ zur Verfügung stellt (insbesondere aus der Innenansicht), dies sowohl für den Alltag als auch für die Erfahrung des Besonderen und Ausseralltäglichen. Die soziologische und die theologische Deutung treffen sich in einer Interpretation von Metal als Resonanzphänomen mit gewissen Berührungspunkten zu ästhetischen, leiblichen und transzendenzbezogenen Dimensionen religiöser Erfahrung. Mit einem Blick auf die Schweizer Metalchurch kommt schliesslich auch eine konkrete Verbindung von christlichem Glauben und Metalszene in den Blick. Das Seminar führt somit anwendungsbezogen in theologische und soziologische Zugänge zur Kulturwelt des Heavy Metal ein.
Lernziele Studierende erwerben theologische, kultursoziologische und insbesondere interdisziplinäre Theoriekenntnisse und auch Forschungskompetenzen. Sie wenden diese Kenntnisse auf eine kritische Diskussion und Reflexion des Phänomens des Heavy Metal an. Zudem wird anhand der Analyse der Heavy Metal-Welt ein umfassenderes theologisches und soziologisches Verständnis von Glauben und Lebensstil in der Gegenwartsgesellschaft vermittelt.
Voraussetzungen Für Bachelorstudierende Theologie: "Einführung in die Systematische Theologie" (Theologische Propädeutik) oder "Einführung in die Dogmatik und Theologiegeschichte"
Sprache Deutsch
Leistungsnachweis - Bestätigte Teilnahme (2 Cr) (= Bestätigte Teilnahme)
- Bestätigte Teilnahme mit Referat (3 Cr) (= Bestätigte Teilnahme mit Zusatzleistung)
- Benotete schriftliche Arbeit (4 Cr)
Abschlussform / Credits Bestätigte Teilnahme / 2 Credits
Bestätigte Teilnahme mit Zusatzleistung / 3 Credits
Benotete schriftliche Arbeit / 4 Credits
kein Abschluss / 0 Credits
Aktive Teilnahme (Promotion) / 0 Credits
Hinweise Gemeinsame Veranstaltung mit der KSF (Professur für Soziologie mit Schwerpunkt qualitative und quantitative Methoden)

Teilnahmeoptionen:
- Live-Zuschaltung via Zoom

Die Teilnahme an der 1. Sitzung oder eine verbindliche Absprache mit Prof. Schumacher in der 1. Semesterwoche per E-Mail ist verpflichtend.
Hörer-/innen Nach Vereinbarung
Kontakt ursula.schumacher@unilu.ch
Literatur Rosa, Hartmut, When Monsters Roar and Angels Sing. Eine kleine Soziologie des Heavy Metal, Stuttgart 2023.

Hubert, Sabrina, Highway to hell. Heavy Metal und die Aspekte des Religiösen. In: Seifert, Manfred/Bröcker, Marianne (Hrsg.), Aspekte des Religiösen in populären Musikkulturen, Dresden 2010, 195–233.

Weitere Literatur wird zu Beginn des Semesters bekanntgegeben.