| Dozent/in |
Prof. Dr. iur. Michele Luminati; Dr. rer. pol. Stefan Rieder |
| Veranstaltungsart |
Blockveranstaltung |
| Code |
HS261340 |
| Semester |
Herbstsemester 2026 |
| Durchführender Fachbereich |
Nichtjuristische Wahlfächer |
| Studienstufe |
Bachelor
Master |
| Termin/e |
Mi, 20.05.2026, 16:15 - 17:00 Uhr, 4.B02 (Einführungsveranstaltung) |
| Weitere Daten |
Durchführung: Do/Fr, 29./30. Oktober 2026 in Saas-Almagell (VS) |
| Umfang |
Blockveranstaltung |
| Inhalt |
Erneuerbare Energien (Wind-, Wasserkraft, Solarenergie und Geothermie) nehmen einen zentralen Stellenwert in der Energie- und Klimastrategie der Schweiz ein. Die Planung und der Bau entsprechender Projekte finden allerdings in einem Spannungsfeld statt:
Der Bau von Anlagen zur Erzeugung von Elektrizität aus erneuerbaren Energien steht in Konflikt mit dem Landschafts- und Umweltschutz. Entsprechend werden solche Projekte häufig mit Einsprachen bekämpft. Dies führt zu starken Verzögerungen bei der Planung und beim Bau von Anlagen. Die politischen Behörden und die Justiz müssen bei Rekursen und Konflikten schwierige Interessenabwägungen vornehmen, die nicht immer zu einer Entscheidung führen.
Erneuerbare Energien stehen zudem ökonomisch in der Kritik: Je nach Standpunkt und Art der Anlagen gelten sie als zu teuer (z.?B. grosse Solaranlagen in den Alpen) oder als unzuverlässig (fehlende Produktion im Winter und damit ökonomisch nicht vorteilhaft). Als Alternative wird zunehmend die Kernkraft – insbesondere kleine modulare Reaktoren – wieder ins Spiel gebracht. Allerdings hat die Schweiz den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen und entsprechende rechtliche Vorgaben geschaffen. Zudem ist anzunehmen, dass ein Bau neuer Kernkraftwerke auf erheblichen politischen Widerstand stossen würde.
Diese Spannungen rund um die erneuerbaren Energien bilden den Gegenstand des Seminars. Verschiedene rechtliche und politische Aspekte sollen von den Studierenden in interdisziplinären Arbeiten beschrieben und analysiert werden.
Zu den mögliche Themen gehören die Rolle der Wasserkraft (Konzessionen und Heimfall, Wasserzinse und Bergkantone), der Bedeutungswandel der erneuerbaren Energien, Grossprojekte für Solaranlagen und Windkraft, Energiewende und direkte Demokratie, Umwelt- und Raumplanungsrecht im Abseits, Kernenergie als Retterin in der Not.
Ein Kamingespräch mit Persönlichkeiten aus der Politik wird das Seminar abrunden und Raum für kritische Diskussionen und vertiefte Einsichten bieten. |
| Lernziele |
• Verständnis von unterschiedlichen disziplinären Methoden und Theorien und Beteiligung an einem interdisziplinären Dialog
• Umgang mit empirischen Studien
• Beschäftigung mit aktuellen Problemen an der Schnittstelle von Recht und Politik |
| Voraussetzungen |
Das Seminar richtet sich an Masterstudierende der Rechts- und der Politikwissenschaft. Fortgeschrittene Bachelorstudierende können auf Anfrage zugelassen werden. |
| Sprache |
Deutsch |
| Begrenzung |
Ja, 18 Studierende |
| Anmeldung |
Anmeldung via UniPortal vom 1. April - 1. Juni 2026; gilt als Prüfungsanmeldung. Master Plus-Studierende (International Relations) werden prioritär zugelassen. |
| Leistungsnachweis |
- Benotete schriftliche Arbeit und Referat 3 Cr bei Anrechnung als Integrationsseminar MLaw + International Relations
- Schriftliche Arbeit und Referat (passed/failed) 3 Cr bei Anrechnung als nichtjuristisches Wahlfach
Disposition, Vortrag, Co-Referat und Beteiligung an den Diskussionen bilden den Leistungsnachweis. |
| Abschlussform / Credits |
siehe oben / 3 Credits
|
| Hinweise |
Die Studierenden verfassen zum gewählten Thema zunächst eine Disposition, die von den Dozierenden beurteilt wird. Am Blockseminar halten die Studierenden einen Vortrag von 30 Min. und ein Co-Referat zu einem anderen Vortrag. Es wird keine schriftliche Arbeit verlangt. |
| Hörer-/innen |
Nein |
| Kontakt |
michele.luminati@unilu.ch |
| Material |
Seminarunterlagen, insbesondere Literatur zur Einführung, werden auf OLAT zur Verfügung gestellt. |
| Anzahl Anmeldungen |
0 von maximal 18 |
| Literatur |
Literatur zum Einstieg
• Andreas Glaser, Klimaschutzrecht und Erzeugung erneuerbarer Energien in der Schweiz: verschachtelte Gesetzgebung unter politischer Ungewissheit, in: EurUP 2024, Nr. 22, S. 273 ff;
• Marco Pütz et al, Alpine Spatial Planning, Energy Transition, and Open Spaces: An Agenda for Future Development and Governance, in: Mountain Research and Development, 45 (2024), URL: https://doi.org/10.1659/mrd.2024.00028
• Boris Salak et al, Erneuerbare Energien im Spannungsfeld gesellschaftlicher Ansprüche, in: Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen 175 (2024), S. 170 ff;
• Schwerpunkt-Ausgabe Energierecht, Jusletter 28. Oktober 2024;
• Andreas Stöckli Sonderregime für Anlagen zur Stromproduktion aus erneuerbaren Energien: eine Zwischenwürdigung der dynamischen Rechtsentwicklung, in: Umweltrecht in der Praxis 2024, S. 335 ff. |