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Differenz, Verschiedenheit, Fremdheit: Eine Einleitung in Theorien der Andersheit


Dozent/in Dr. Thomas Telios
Veranstaltungsart Proseminar
Code HS261425
Semester Herbstsemester 2026
Durchführender Fachbereich Philosophie
Studienstufe Bachelor
Termin/e Do, 17.09.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Do, 24.09.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Do, 01.10.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Do, 08.10.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Do, 15.10.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Do, 22.10.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Do, 29.10.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Do, 05.11.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Do, 12.11.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Do, 19.11.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Do, 26.11.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Do, 03.12.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Do, 10.12.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Do, 17.12.2026, 14:15 - 16:00 Uhr, HS 11
Umfang 2 Semesterwochenstunden
Turnus Wöchentlich
Inhalt Das Seminar bietet eine grundlegende Einführung in zentrale theoretische Perspektiven auf Differenz, Verschiedenheit und Fremdheit. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie „Andersheit“ in unterschiedlichen historischen, philosophischen und gesellschaftlichen Kontexten gedacht, konstruiert und kritisiert wurde.
Ausgehend von klassischen philosophischen Ansätzen von Plato und Aristoteles über den Deutschen Idealismus (Kant, Fichte, Hegel) bis hin zur klassischen Phänomenologie (Husserl), Fundamentalontologie (Heidegger) und Postphänomenologie (Merleau-Ponty) untersuchen wir, wie Differenz als grundlegende Kategorie des Denkens etabliert wurde und welche Rolle sie für die Konstitution von Identität spielt. Darauf aufbauend widmet sich das Seminar phänomenologischen Zugängen, die Fremdheit als Erfahrung analysieren und nach den Bedingungen des Verstehens des Anderen fragen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischen Theoriefeldern: Gender-Theorien beleuchten die soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht und die damit verbundenen Machtverhältnisse. Critical Race Theory setzt sich kritisch mit Rassifizierung, strukturellem Rassismus und der historischen Produktion von Differenz auseinander. Postkoloniale Ansätze analysieren die Nachwirkungen kolonialer Machtstrukturen in Wissen, Kultur und Politik, während dekoloniale Theorien darüber hinaus Perspektiven entwickeln, die auf eine grundlegende epistemische und politische Transformation abzielen.
Das Seminar verbindet die Lektüre zentraler Texte mit gemeinsamer Diskussion und kritischer Reflexion. Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis der vielfältigen Konzepte von Andersheit zu entwickeln und deren Bedeutung für gegenwärtige gesellschaftliche Debatten zu erschließen.
Schlagworte Gender/Diversity
Lernziele Die Studierenden erwerben ein fundiertes Verständnis zentraler Theorien der Andersheit beizubringen und sind in der Lage, unterschiedliche Konzepte von Differenz, Fremdheit und Identität historisch und systematisch einzuordnen. Sie lernen, klassische sowie zeitgenössische Ansätze – insbesondere aus der Phänomenologie, Gender-, Race-, postkolonialen und dekolonialen Theorien – kritisch zu vergleichen und in ihren jeweiligen erkenntnistheoretischen und politischen Implikationen zu analysieren. Darüber hinaus entwickeln sie die Fähigkeit, theoretische Texte eigenständig zu erschließen, zentrale Argumente präzise darzustellen und diese auf aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen anzuwenden. Ziel ist es, ein reflektiertes und differenziertes Problembewusstsein für Prozesse der Alterisierung und deren Bedeutung in wissenschaftlichen wie gesellschaftlichen Kontexten zu fördern.
Voraussetzungen Keine.
Sprache Deutsch
Begrenzung 25 Personen. Vorrang für Philosophie- und PPE-Studierende.
Anmeldung ***Wichtig*** Um Credits zu erwerben ist die Anmeldung zur Lehrveranstaltung über das UniPortal zwingend erforderlich. Die Anmeldung ist ab zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach Beginn des Semesters möglich. An- und Abmeldungen sind nach diesem Zeitraum nicht mehr möglich. Die genauen Anmeldedaten finden Sie hier: www.unilu.ch/ksf/semesterdaten
Leistungsnachweis Information für Bachelorstudierende Theologie:
- Die Leistung "Aktive Teilnahme (Bearbeitung von Vorbereitungsaufgaben)" wird mit 3 Cr angerechnet.
- Die Veranstaltung gilt als Lektürekurs. Seminararbeiten sind deshalb nicht möglich bzw. nicht anrechenbar. Auskunft erteilt die Studienleitung Theologie (studienleitung-tf@unilu.ch).
Abschlussform / Credits Aktive Teilnahme (Bearbeitung von Vorbereitungsaufgaben) / 4 Credits
Hörer-/innen Nach Vereinbarung
Kontakt thomas.telios@doz.unilu.ch
Material Alle benötigten Texte werden ab Semesteranfang online zur Verfügung stehen.
Literatur Theodor W. Adorno (1968): Negative Dialektik. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Aristoteles: Metaphysik. Stuttgart: Reclam.
Simone de Beauvoir (1949): Das andere Geschlecht. Reinbek: Rowohlt.
W. E. B. Du Bois (1903): The Souls of Black Folk. Chicago: A.C. McClurg.
Judith Butler (1993): Körper von Gewicht. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Jacques Derrida (1967): Grammatologie. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Frantz Fanon (1952): Schwarze Haut, weiße Masken. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Johann Gottlieb Fichte (1794): Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre. Hamburg: Meiner.
Lewis Gordon (1998): “Interview with Gordon Lewis.” In: African-American Philosophers: 17 Conversations, edited by George Yancy, 95–118. New York: Routledge, 1998.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1807): Phänomenologie des Geistes. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Martin Heidegger (1927): Sein und Zeit. Tübingen: Niemeyer.
Martin Heidegger (1955-1957): Identität und Differenz. Frankfurt a.M.: Klostermann:
Edmund Husserl (1950): Cartesianische Meditationen. Den Haag: Nijhoff.
Immanuel Kant (1781/87): Kritik der reinen Vernunft. Hamburg: Meiner.
Emmanuel Levinas (1961): Totalität und Unendlichkeit. Freiburg: Alber.
María Lugones (2003): Pilgrimages/Peregrinajes. Theorizing Coalition against Multiple Oppressions. Lanham, MD: Rowman & Littlefield.
Maurice Merleau-Ponty (1945): Phänomenologie der Wahrnehmung. Berlin: de Gruyter.
Walter D. Mignolo (2011): The Darker Side of Western Modernity. Durham: Duke University Press.
Charles W. Mills (2017): “Criticizing Critical Theory.” In: Critical Theory in Critical Times. Transforming the Global Political and Economic Order, edited by Penelope Deutscher and Cristina Lafont, 233-250. New York: Columbia University Press.
Edward Said (1978): Orientalism. New York: Pantheon.
Gayatri Chakravorty Spivak (1999): A Critique of Postcolonial Reason: Toward a History of the Vanishing Present. Cambridge, MA: Harvard University Press.