| Dozent/in |
Prof. Dr. theol. Christian M. Rutishauser SJ; |
| Veranstaltungsart |
Hauptseminar |
| Code |
HS261447 |
| Semester |
Herbstsemester 2026 |
| Durchführender Fachbereich |
Judaistik |
| Studienstufe |
Bachelor
Master |
| Termin/e |
wöchentlich (Di), ab 15.09.2026, 10:15 - 12:00 Uhr |
| Umfang |
2 Semesterwochenstunden |
| Turnus |
Kein Turnus |
| Inhalt |
Die Beschneidung der männlichen Neugeboren am 8. Tage gehört zu den zentralen jüdischen Riten und steht für den Eintritt in den Bund Gottes, in dem sich das jüdische Volk sieht. Das Zeichen hat nicht nur religiöse, sondern auch kulturelle und anthropologische Bedeutung, die in der Moderne kontrovers diskutiert wurde. In jüngster Zeit fordert der bleibende Eingriff in die Leiblichkeit eines Knaben heraus. Gendertheorien fragen nach der Konstruktion von Männlichkeit. Zugleich stellt sich die Frage, welche Alternative es für Mädchen gibt, die Zugehörigkeit zu Bund und Volk Israel bleibend zu symbolisieren. Das Christentum hat von Anfang an die Beschneidung abgelehnt und das jüdische Erbe umgedeutet. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde jedoch im kirchlichen Kalender am 1. Januar das Fest der Beschneidung Jesu gefeiert. Angesichts des christlichen Mehrheitskultur in Europa ist die Beschneidung im Judentum zu einem besonderen Abgrenzungsmerkmal geworden, was sich auch in der säkularen Moderne und in der antisemitischen Verfolgung als Identitätsmerkmal auswirkte. Der Islam kennt die Knabenbeschneidung im vorpubertärer Zeit. Durch einen interdisziplinären Zugang fragt das Seminar nach den vielfältigen, kulturellen und religiösen Bedeutungen der Beschneidung im Judentum. Es stellt gesellschaftliche Kontroversen dar und fragt, was die Beschneidung im jüdisch-christliche Verhältnis heute bedeutet. |
| Lernziele |
Die vielfältigen religiösen, kulturellen und anthropologischen Bedeutungen der Beschneidung im Judentum wie auch deren oft kontroverse Wahrnehmung im christliche und säkularen Kontext verstehen lernen. |
| Voraussetzungen |
Für Bachelorstudierende Theologie: "Einführung in die Judaistik" oder Besuch einer Vorlesung oder eines Proseminars des Fachbereichs Judaistik |
| Sprache |
Deutsch |
| Leistungsnachweis |
- TF: Bestätigte Teilnahme (2 Cr) (= Bestätigte Teilnahme)
- TF: Bestätigte Teilnahme mit Referat (3 Cr) (= Bestätigte Teilnahme mit Zusatzleistung)
- TF: Benotete schriftliche Arbeit (4 Cr)
- KSF: Aktive Teilnahme (Referat) (4 Cr)*
* Verpflichtend und vorbehalten für Anrechnung in KSF-Modulen. Gilt nicht für RWP-Studierende. |
| Abschlussform / Credits |
TF: Bestätigte Teilnahme / 2 Credits
TF: Bestätigte Teilnahme mit Zusatzleistung / 3 Credits
TF: Benotete schriftliche Arbeit / 4 Credits
KSF: Aktive Teilnahme (Referat) / 4 Credits
kein Abschluss / 0 Credits
Entscheidung im November / 0 Credits
Aktive Teilnahme (Promotion) / 0 Credits
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| Hinweise |
Die Teilnahme an der 1. Sitzung oder eine verbindliche Absprache mit dem Dozenten in der 1. Semesterwoche per E-Mail ist verpflichtend. |
| Hörer-/innen |
Ja |
| Kontakt |
christian.rutishauser@unilu.ch |
| Literatur |
Antja Yael Deusel, Mein Bund, den ihr bewahren sollt. Religionsgesetzliche und medizinische Aspekt der Beschneidung, Freiburg Basel Wien 2012.
Stiftung Jüdisches Museum Berlin (Hg.), Haut ab! Haltungen zur rituellen Beschneidung, Göttingen 2014.
Martin Langanke e.a. (Hg.), Rituelle Beschneidung von Jungen. Interdisziplinäre Perspektiven, Leipzig 2014.
Matthias Morgenstern, Judentum und Gender, Berlin 2014.
Jan-Heiner Tück (Hg.), Die Beschneidung Jesu. Was sie Juden und Christen heute bedeutet, Freiburg Basel Wien 2020.
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