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Neighbors and Strangers. Geschichte der Juden in der muslimischen Welt


Dozent/in Prof. Dr. Mariusz Kalczewiak
Veranstaltungsart Hauptseminar
Code HS261460
Semester Herbstsemester 2026
Durchführender Fachbereich Judaistik
Studienstufe Bachelor Master
Termin/e wöchentlich (Mo), ab 14.09.2026, 12:15 - 15:00 Uhr
Umfang 2 Semesterwochenstunden
Turnus Kein Turnus
Inhalt Die jüdische Erfahrung wird häufig mit Europa, den Vereinigten Staaten und Israel in Verbindung gebracht. Doch besonders vor 1948 existierten bedeutende jüdische Gemeinschaften in der muslimischen Welt, von Marokko über den Iran bis nach Usbekistan. Diese Gemeinschaften waren integraler Bestandteil multiethnischer Gesellschaften Nordafrikas und des Nahen Ostens, übernahmen lokale Bräuche und Sprachen, während sie gleichzeitig ihre jüdische Identität bewahrten. Nach 1948 und der Gründung des Staates Israel waren die meisten Juden gezwungen, ihre arabischen Heimatländer aufgrund zunehmender Verfolgung zu verlassen. Bis heute pflegen Juden aus arabischen Ländern (bekannt als Mizrachim), die in Israel oder Frankreich leben, komplexe Bindungen an ihre Herkunftsländer und ihre vom arabischen Kulturraum beeinflusste Tradition.
In diesem Kurs werden wir verschiedene Aspekte der vielfältigen Geschichte der Juden im Nahen Osten und Nordafrika untersuchen. Dabei nutzen wir die politische Geschichte und Chronologie der muslimischen Welt als Gerüst, um die jüdische Erfahrung in diesem Kontext einzuordnen und deren Auswirkungen auf jüdisches Leben darüber hinaus zu beleuchten. Beginnend mit der frühen islamischen Periode analysieren wir die Erfahrungen von Juden in den islamischen Reichen des Mittelalters. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der osmanischen Periode und Entstehung von sephardischen Identitäten, Kulturen und religiösen Praktiken sowie die Geschichte der Juden während der Ära des europäischen Kolonialismus in Nordafrika und dem Nahen Osten. Darüber hinaus werden wir die Veränderungen untersuchen, die Juden und Nichtjuden im Nahen Osten durch die Entwicklung des Zionismus und die Gründung Israels im 20. Jahrhundert erfahren haben. Das letzte Drittel des Semesters widmet sich den Erfahrungen der Mizrachi-Juden in Israel. Thematisiert werden unter anderem die Integration von Juden aus arabischen Ländern in Israel, ihre sozioökonomische Stellung und deren Entwicklung über die Jahre sowie die kulturellen Beiträge, wie Musik und Alltagsbräuche, die sie mitbrachten und die das israelische Gesellschaftsleben bis heute prägen.
Lernziele Ziel dieses Kurses ist es, den Studierenden eine Einführung in die Geschichte der Juden in arabischen Ländern zu bieten, das Verständnis für die Vielfalt jüdischer Kulturen und historischer Entwicklungen zu fördern und ein differenziertes Bild der jüdischen Geschichte im Nahen Osten über lange Zeiträume hinweg zu vermitteln.
Voraussetzungen Für Bachelorstudierende Theologie: "Einführung in die Judaistik" oder Besuch einer Vorlesung oder eines Proseminars des Fachbereichs Judaistik
Sprache Deutsch
Leistungsnachweis - TF: Bestätigte Teilnahme (2 Cr) (= Bestätigte Teilnahme)
- TF: Bestätigte Teilnahme mit Referat oder Essay (3 Cr) (= Bestätigte Teilnahme mit Zusatzleistung)
- TF: Benotete schriftliche Arbeit (4 Cr)
- KSF: Aktive Teilnahme (Referat) (4 Cr)*

* Verpflichtend und vorbehalten für Anrechnung in KSF-Modulen. Gilt nicht für RWP-Studierende.
Abschlussform / Credits TF: Bestätigte Teilnahme / 2 Credits
TF: Bestätigte Teilnahme mit Zusatzleistung / 3 Credits
TF: Benotete schriftliche Arbeit / 4 Credits
KSF: Aktive Teilnahme (Referat) / 4 Credits
kein Abschluss / 0 Credits
Entscheidung im November / 0 Credits
Aktive Teilnahme (Promotion) / 0 Credits
Hinweise Die Teilnahme an der 1. Sitzung oder eine verbindliche Absprache mit dem Dozenten in der 1. Semesterwoche per E-Mail ist verpflichtend.

Für KSF-Studierende ist die Teilnahme vor Ort im Präsenzmodus verpflichtend.
Hörer-/innen Ja
Kontakt mariusz.kalczewiak@unilu.ch