| Dozent/in |
Prof. Dr. Mariusz Kalczewiak |
| Veranstaltungsart |
Hauptseminar |
| Code |
HS261469 |
| Semester |
Herbstsemester 2026 |
| Durchführender Fachbereich |
Judaistik |
| Studienstufe |
Bachelor
Master |
| Weitere Daten |
Das Seminar findet mittwochs von 10.15-12.00 Uhr statt. |
| Umfang |
2 Semesterwochenstunden |
| Turnus |
Kein Turnus |
| Inhalt |
Jüdische Museen operieren auf zwei zentralen Ebenen: Einerseits fungieren sie als Orte jüdischer Identitätsbildung und kultureller Selbstvergewisserung, andererseits ermöglichen sie der nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft Zugang zu Wissen und Verständnis über jüdische Geschichte, Kultur und Religion. Während erste jüdische Museen bereits vor dem Zweiten Weltkrieg in Europa gegründet wurden, um materielle Zeugnisse jüdischer Kultur zu bewahren und auszustellen, entstand die Mehrheit der Institutionen erst nach dem Holocaust – häufig mit dem expliziten Ziel, Erinnerung zu sichern sowie Toleranz und interkulturelles Verständnis zu fördern. Als eine Art „Lackmustest“ für den gesellschaftlichen Umgang mit ethnisch-religiöser Vielfalt stehen jüdische Museen zudem im Spannungsfeld unterschiedlicher politischer und gesellschaftlicher Interessen, die versuchen, Einfluss auf ihre Ausrichtung zu nehmen.
Im Seminar analysieren wir die Entwicklung zentraler museologischer Praktiken – Sammeln, Archivieren, und Vermitteln – und untersuchen, wie diese den Wandel jüdischer Museen in den letzten Jahrzehnten geprägt haben. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, wie neue museologische Konzepte, etwa das „narrative museum“, in jüdischen Museen adaptiert und umgesetzt werden. Darüber hinaus beleuchten wir die Auswirkungen technologischer Innovationen auf neue Ausstellungsformate sowie die Verbindung zwischen kuratorischer Praxis und öffentlichkeitsorientierten Vermittlungsangeboten. Von besonderer Bedeutung ist dabei die gesellschaftliche Funktion jüdischer Museen in Gegenwart und Zukunft.
Das Seminar bietet einen vergleichenden Einblick in unterschiedliche Museumstypen – von kleinen regionalen Einrichtungen bis hin zu grossen Institutionen wie dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C., oder dem POLIN Museum of the History of Polish Jews in Warschau. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Jüdischen Museum der Schweiz sowie dem Jüdischen Museum Hohenems mit seinem Fokus auf den Alpenraum; beide Institutionen werden im Rahmen von Tagesexkursionen besucht.
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| Lernziele |
Ziel des Seminars ist es, den Studierenden fundierte Kenntnisse über jüdische Museen zu vermitteln. Sie erhalten Einblicke in zentrale methodische Ansätze der Museologie und setzen sich kritisch mit der Frage auseinander, wem jüdische Museen gehören, welche Perspektiven sie repräsentieren und welche gesellschaftlichen Aufgaben sie erfüllen. |
| Voraussetzungen |
Für Bachelorstudierende Theologie: "Einführung in die Judaistik" oder Besuch einer Vorlesung oder eines Proseminars des Fachbereichs Judaistik |
| Sprache |
Deutsch |
| Leistungsnachweis |
- Bestätigte Teilnahme (2 Cr) (= Bestätigte Teilnahme)
- Bestätigte Teilnahme mit Referat oder Essay (3 Cr) (= Bestätigte Teilnahme mit Zusatzleistung)
- Benotete schriftliche Arbeit (4 Cr) |
| Abschlussform / Credits |
Bestätigte Teilnahme / 2 Credits
Bestätigte Teilnahme mit Zusatzleistung / 3 Credits
Benotete schriftliche Arbeit / 4 Credits
kein Abschluss / 0 Credits
Entscheidung im November / 0 Credits
Aktive Teilnahme (Promotion) / 0 Credits
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| Hinweise |
Teilnahmeoptionen:
- Live-Zuschaltung via Zoom
Die Teilnahme an der 1. Sitzung oder eine verbindliche Absprache mit dem Dozenten in der 1. Semesterwoche per E-Mail ist verpflichtend. |
| Hörer-/innen |
Ja |
| Kontakt |
mariusz.kalczewiak@unilu.ch |