| Dozent/in |
Dr. phil. Silvia Martens |
| Veranstaltungsart |
Hauptseminar |
| Code |
HS261624 |
| Semester |
Herbstsemester 2026 |
| Durchführender Fachbereich |
Religionswissenschaft |
| Studienstufe |
Bachelor
Master |
| Termin/e |
wöchentlich (Mo), ab 14.09.2026, 10:15 - 12:00 Uhr, 3.B01 (Terminierung 1) |
| Umfang |
2 Semesterwochenstunden |
| Turnus |
Wöchentlich |
| Inhalt |
Das Seminar führt in Begriffe, historische Entwicklungen und aktuelle Kontroversen rund um Blasphemie, Gotteslästerung, Häresie, Sakrileg und verwandte Religionsvergehen ein. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie «Blasphemie» gebraucht und bewertet wird, wie sie sich von Häresie und anderen Religionsvergehen unterscheidet und ob sie auch als Form religiöser oder weltanschaulicher Selbstkritik oder als Ausdruck von Unglauben verstanden werden kann.
Anhand historischer Perspektiven werden u.a. Blasphemievorwürfe gegen Häretiker und konfessionelle Gegner im Mittelalter und der Frühen Neuzeit sowie der Zusammenhang von antijüdischen Stereotypen und dem Vorwurf der Gotteslästerung behandelt und gefragt, inwiefern Blasphemie der Aushandlung sozialer Ordnung dient.
In der zweiten Hälfte des Semesters stehen gegenwärtige Debatten um Blasphemie und Gotteslästerung im Mittelpunkt. Wir betrachten zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz und in weiteren ausgewählten Ländern im Zusammenhang mit Blasphemiegesetzen und ihrem Verhältnis zu Meinungs- und Religionsfreiheit. Dabei werfen wir auch einen Blick auf die Rolle von Medien als zentrale Orte religiöser Kritik, Zuspitzung und öffentlicher Konflikte um Religion. Zudem analysieren wir exemplarisch einige gegenwartsbezogene jüdische, christliche und islamische theologische Positionen auf das Thema. Als Fallbeispiele untersuchen wir jüngere Blasphemiedelikte und Debatten wie etwa die Kontroverse um Salman Rushdies «Die satanischen Verse» und den Todesaufruf gegen den Autor, den dänischen Karikaturenstreit und das Urteil des Bezirksgerichts Zürich gegen Sanija Ameti, die im September 2024 auf ein Bild von Maria mit dem Jesuskind geschossen hatte und damit gegen das im Artikel 261 des Strafgesetzbuches verankerte Blasphemieverbot verstiess. |
| Lernziele |
Die Studierenden erwerben grundlegende Kenntnisse über die Begriffe Blasphemie, Gotteslästerung und Häresie sowie ihrer Abgrenzung zu Religionskritik und Begriffen wie Beleidigung und Hate Speech.
Sie können historische Entwicklung und religionsspezifische Unterschiede (Judentum, Christentum, Islam) in Bezug auf Blasphemie einordnen.
Die Studierenden setzen sich vertieft mit gegenwärtigen Debatten zum Thema auseinander und reflektieren die Rolle der Medien als Orte von Religionskritik und Konfliktzuspitzung.
Sie kennen zudem die rechtlichen Rahmen-bedingungen in Bezug auf Blasphemie, Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit in der Schweiz.
Im Seminar entwickeln die Studierenden zudem ihre analytischen Fähigkeiten weiter und reflektieren normative Fragen:
• sie lesen Quellen und Medienmaterialien (historisch und aktuell) kritisch
• sie vergleichen religiöse Perspektiven (jüdisch, christlich, islamisch)
• sie lernen Blasphemie als Aushandlung sozialer Ordnung erkennen
• sie diskutieren Grenzen von Religionsfreiheit, Kunstfreiheit und Meinungsfreiheit |
| Voraussetzungen |
Keine |
| Sprache |
Deutsch |
| Anmeldung |
***Wichtig*** Um Credits zu erwerben ist eine Anmeldung zur Lehrveranstaltung über das UniPortal zwingend erforderlich. Die Anmeldung ist ab zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach Beginn des Semesters möglich. Die genauen Anmeldedaten finden Sie hier: www.unilu.ch/ksf/semesterdaten |
| Leistungsnachweis |
Aktive Teilnahme; Referat |
| Abschlussform / Credits |
Aktive Teilnahme (Referat) / 4 Credits
|
| Hörer-/innen |
Ja |
| Kontakt |
silvia.martens@unilu.ch |
| Material |
Unterlagen werden via OLAT zu Verfügung gestellt. |
| Literatur |
Literatur zum Einstieg (freiwillig):
Wüthrich, Mohn und Gockel (Hrsg.) (2020) Blasphemie: Anspruch und Widerstreit in Religionskonflikten. Mohr Siebeck.
|