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Organisierte Formalität und Informalität im Kontext von Flucht und Migration


Dozent/in Leila Vythelingum
Veranstaltungsart Hauptseminar
Code HS261685
Semester Herbstsemester 2026
Durchführender Fachbereich Soziologie
Studienstufe Bachelor
Termin/e wöchentlich (Mo), ab 14.09.2026, 10:15 - 12:00 Uhr, 2.A10
Umfang 2 Semesterwochenstunden
Inhalt Vor dem Hintergrund zunehmend strengerer europäischer und schweizerischer Asylpolitiken sowie der Umsetzung ausgrenzender Maßnahmen polarisieren die Themen „Flucht“ und „Migration“ die öffentliche Meinung und werden häufig für politische Zwecke instrumentalisiert. Die soziologische Forschung zu Migration und Asyl untersucht zunehmend die Grenzen zwischen formalen und informellen Praktiken, insbesondere im Hinblick auf Governance, gelebte Erfahrungen und Integration von „Migrantinnen“ und „Geflüchteten“.
Dieses Seminar konzentriert sich auf das Zusammenspiel zwischen formalen (institutionellen, bürokratischen) und informellen (partizipativen, von Geflüchteten initiierten) Strukturen und Praktiken im Kontext des Schweizer Asyl- und Migrationssystems.
Konkret werden wir untersuchen, wie offizielle Definitionen und bürokratische Verfahren die Lebensrealitäten von „Geflüchteten“ und „Migrantinnen“ prägen; wir werden die Dynamik analysieren zwischen formalen Institutionen und informellen Praktiken – wie von Geflüchteten gegründeten Organisationen – und schließlich werden wir erforschen, wie diese Organisationen formale Strukturen sowohl ergänzen als auch herausfordern können, insbesondere dort, wo staatliche Maßnahmen restriktiv und/oder unzureichend sind.
Zentrale Themen umfassen:
· Die Stärken und Schwächen formaler Systeme, insbesondere in komplexen sozialen Kontexten.
· Das Entstehen informeller Praktiken, wenn formale Strukturen restriktiv, unzureichend oder nicht in der Lage sind, gelebte Realitäten zu erfassen.
· Die dynamische Beziehung zwischen formalen und informellen Organisationsformen.
Das Seminar kombiniert Lektüren, audiovisuelle Materialien (Kurzfilme, produziert von Menschen mit Fluchterfahrung) sowie partizipatives Lernen (Exkursion).
Das Seminar versteht sich als Raum für Diskussion, Analyse und gemeinsames Lernen. Die Bewertungskriterien werden daher gemeinsam mit der Gruppe und den Teilnehmenden abgestimmt.
Sprache Deutsch
Anmeldung ***Wichtig*** Um Credits zu erwerben ist die Anmeldung zur Lehrveranstaltung über das UniPortal zwingend erforderlich. Die Anmeldung ist ab zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach Beginn des Semesters möglich. An- und Abmeldungen sind nach diesem Zeitraum nicht mehr möglich. Die genauen Anmeldedaten finden Sie hier: http://www.unilu.ch/ksf/semesterdaten
Abschlussform / Credits Aktive Teilnahme (Referat) / 4 Credits
Kontakt leila.vythelingum@unilu.ch
Literatur Breidahl, Karen N., Evelyn Z. Brodkin, und Jonathan Miaz. „The global challenge of mass migration and asylum: Comparative analysis of street-level organizations at the front lines.“ Journal of Comparative Policy Analysis: Research and Practice 26.1 (2024): 1-9.
Dotsey, Senyo. „Cities, Asylum Reception and Legal Uncertainty: National Integration Framework and the Limits of Local Authorities.“ International Migration 63.6 (2025): e70109.
Jacobsen, Christine M., und Marry-Anne Karlsen. „Vulnerability as a Globally Mobile Policy Concept in Migration Governance: A Comparative Study.“ International Migration Review (2025): 01979183251323605.
Joppke, Christian. „From asylum to labour: track change in German migration policy.“ West European Politics 47.4 (2024): 813-839.
Stinchcombe, Arthur L. When formality works: Authority and abstraction in law and organizations. University of Chicago Press, 2001.